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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Fensterrahmen lackieren: Diese Arbeitsschritte erwarten Sie

Holzfenster sind zwar vergleichsweise teuer, bieten aber im Gegensatz zu anderen Fenstern einen hohen Komfort und eine tolle Optik, die mir persönlich sehr gut gefällt. So ein Fenster hat auch ein sehr hohes Schutzbedürfnis, weshalb in regelmäßigen Abständen auch ein entsprechender Holzschutz aufgetragen werden solle. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: In dem heutigen Beitrag erkläre ich, wie Sie einen Fensterrahmen lackieren und wie Sie dabei vorgehen sollten, sodass dieser optimal geschützt bleibt bzw. wird.

Das ist bei einem Fensterrahmen aus Holz zu beachten

Bei einem Fensterrahmen aus Holz handelt es sich um einen sogenannten maßhaltigen Bauteil. Was das ist, erkläre ich im folgenden Absatz:

Die Maßhaltigkeit eines Bauteiles beschreibt die Eigenschaft das Volumen in Abhängigkeit von Umgebungsbedingungen (z.B. Temperaturunterschiede, Luftfeuchtigkeit, etc.) zu verändern. Je maßhaltiger ein Bauteil ist, desto größer ist auch das Maß, das er gegenüber den Witterungsbedingungen hält (er quillt und schwindet also wenige stark). Man unterscheidet zwischen nicht maßhaltig, begrenzt maßhaltig und maßhaltig.

  • Maßhaltig: Bauteile aus Holz, bei denen die Änderungen des Maßes nur in äußerst geringem Umfang zugelassen sind. Beispiele: Fenster und Außentüren
  • Begrenzt maßhaltig: Bauteile aus Holz mit Maßänderungen in begrenztem Umfang. Beispiele: Gartenmöbel, Dachuntersichten, Fachwerke.
  • Nicht maßhaltig: Bauteile aus Holz, deren Maßänderungen nicht begrenzt sind. Beispiele: Zäune, Schindeln, Außenverkleidungen mit offener Fuge

Das heißt also – und das ist auch logisch – dass ein Holzfenster sein Maß immer halten muss. Ansonsten wäre das ein Problem: Denken Sie nur daran, dass das Fenster nicht mehr zu Öffnen ist, weil sich Fensterrahmen und Fensterstock etwas ausgedehnt haben und deshalb das Fenster blockiert oder es sich nicht mehr schließen lässt.

Für maßhaltige Bauteile sind entweder Lack* oder eine Dickschichtlasur meiner Ansicht nach die besten Optionen, weil diese beiden Holzschutzmittel eine Deckschicht über dem Holz bilden, die gegen Feuchtigkeit und UV-Strahlung schützt.

Dennoch: Lack hält in aller Regel viel länger als eine Lasur, weshalb Sie eher zu diesem Holzschutzmittel greifen sollten, falls Sie etwas länger Ruhe vom Streichen haben wollen.

Holzfenster lackieren

Lack bildet eine Deckschichte über dem Holz, weshalb diese Art des Holzschutzes vor allem bei Fenstern von großem Vorteil ist.

Welche Seite des Fensters wird lackiert?

Zudem sollten Sie sich im Klaren darüber sein, welche Seite lackiert werden soll. Die Außenseite hat es natürlich meist bitter nötig, weil diese der Witterung und der Sonneneinstrahlung öfter und länger ausgesetzt ist, als die Innenseite. Es kann aber auch sein, dass Sie aus optischen Gründen beide Seiten lackieren möchten.

Für die einseitige Lackierung reicht es aus meiner Sicht aus, wenn Sie das Fenster nicht herausnehmen. Sollen beide Seiten lackiert werden, ist es wahrscheinlich einfacher, Sie bauen das Fenster aus und lagern es zum Arbeiten auf zwei Holzböcken.

Hier auch mehr zum Lackieren von Holz im Außenbereich.

Wann sollten Sie Fensterrahmen lackieren?

Egal ob Lack* oder Lasur: Beide Anstriche sollten weder bei hoher Kälte noch bei hoher Hitze aufgetragen werden. Ein netter Frühlingstag oder eine angenehmer Herbsttag eignen sich daher meisten perfekt. Die Temperatur sollte in jedem Fall moderat sein.

Außerdem ist auch direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, weshalb ein bewölkter Himmel von Vorteil gegenüber einem strahlend blauen Himmel ist.

Welcher Lack ist für Fensterrahmen geeignet?

Bevor es dann an die Arbeit geht, wäre noch zu klären, welcher Lack für Fensterrahmen geeignet ist:

Ein wichtiges Kriterium für den zu verwendenden Lack ist die Tatsache, dass es sich um einen handelt, der Wasserdampfdurchlässig ist. Er sollte also eine Deckschichte produzieren, Wasserdampf aber dennoch durchlassen und diesen nicht absperren. Das ist wichtig, weil ständig wechselnde Temperaturen im Innen-und Außenbereich  Feuchtigkeit produzieren können, die abgeführt werden muss.

Sehr gut geeignet sind daher atmungsaktive Acryl- oder Alkydharzlacke für die Außenseite des Fensters. Für die Innenseite ist ein Lack auf Wasserbasis ideal, in dem keine Lösungsmittel enthalten sind.

Ebenso ideal für Fenster und Fensterrahmen ist Ventilationslack. Das ist ein Lack, der sehr gut zu verarbeiten ist und auch eine gewisse Elastizität aufweist. Zudem ist er witterungsbeständig und ventilierend (daher der Name).

Wissen HolzschutzVentilierender Lack lässt Feuchte aus Holz entweichen und sorgt dafür, dass das Holz die Feuchtigkeit (aus der Luft) aufnehmen kann. Außerdem ist er etwas weicher als andere Lacke und kann daher Bewegungen gut ausgleichen, ohne dabei zu reißen und zu splittern. Er ist daher im Außenbereich gut zu gebrauchen.

Hier habe ich übrigens noch einiges mehr über das Holz lackieren für Sie.

Fensterrahmen lackieren: Schritt für Schritt

Nun kann es mit dem Lackieren des Fensterrahmens auch schon los gehen.

Das brauchen Sie dazu

  • Lack (atmungsaktiv und für Fenster geeignet) – zum Beispiel Ventilack*.
  • Holzschutz-Grundierung*
  • Kreppband zum Abkleben
  • Sehr grobes Schleifpapier oder eine Bürste zum Entfernen von Altanstrichen
  • Geeignete Pinsel (zum Beispiel Rundpinsel) zum Auftragen der Grundierung und des Lacks
  • Mittelgrobes und feines Schleifpapier* (Bereiche 100 bis 120 und 220 bis 240)
  • Gegebenenfalls Holzkitt oder Reparaturspachtelmasse
  • Zwei Böcke zum Auflegen des Fensters, wenn Sie dieses herausnehmen oder eine Leiter, wenn Sie das Fenster im eingebauten Zustand lackieren.
  • Glasreiniger samt Wischlappen
  • Küchentuch zum schnellen Entfernen von Flecken

Schritt 1: Mögliche Altlacke entfernen und Schleifen

Sind auf Ihrem Fenster alte Lackschichten oder sonstige Altanstriche vorhanden, müssen diese zuerst entfernt werden. Dazu nehmen Sie eine geeignete Bürste oder ganz grobes Schleifpapier (Körnung 60 oder so).

Erst wenn diese Anstriche weg sind, können Grundierung* und Lack gut am Fensterrahmen haften, sodass die Zeitspanne bis zum nächsten Streichen möglichst lange ist und der Lack nicht schon vorzeitig abblättert.

Arbeiten Sie nach Entfernung der Altanstrich mit einem Mittelgroben Schleifpapier der Körnung 100 bis 120 über das Holt. So gleichen Sie Unebenheiten aus, Entfernen letzte Schmutzreste und rauen es für den späteren Anstrich an. Bei großen Flächen empfiehlt es sich einen Exzenterschleifer einzusetzen. Das spart Kraft und Zeit.

Schleifen Sie immer mit der Maserrichtung des Holzes. Zum Abschluss dieses Arbeitsschrittes putzen Sie die Holzflächen gründlich ab um keinen Schleifstaub beim Anstreichen auf dem Fenster zu haben.

Exzenterschleifer für Holzoberflächen

Große Flächen eines Fensterrahmen können Sie auch mit einem Exzenterschleifer abschleifen. Dazu muss es aber ausgehängt und über zwei Holzböcke gelegt werden.

Schritt 2: Schadhafte Stellen ausbessern

Dieser Schritt kommt meistens nur beim Lackieren von Fenstern und Türen zur Anwendung:

Hat Ihr Fensterrahmen Löcher, Risse, Abschürfungen oder Krater aufzuweisen, sollten Sie diese vor dem Grundieren mit einem Holzkitt oder einer Reparaturspachtel* beheben.

Dazu gehen Sie nach der Anleitung des jeweiligen Produkts vor. In der Regel tragen Sie dieses mit einer Spachtel auf, drücken es in die schadhafte Stelle, lassen alles gut trocknen und schleifen mit dem 100er Schleifpapier alles glatt.

Bei tiefen Löchern mehrmals dünn spachteln anstelle von einem dicken Spachtelauftrag.

Schritt 3: Abkleben des Fensterrahmens vor dem Lackieren

Das ist eine wesentliche Arbeit vor dem Streichen. Kleben Sie alles Teile des Fensters ab, die nicht mit Lack vollgestrichen werden sollen.

Dazu kleben Sie die sauberen und staubfreien Glasflächen inklusive der Silikonfugen des Fensters sowie die Scharniere und Griffe gut ab.

Sollte das Fenster eingebaut sein, kleben Sie zusätzlich die Fensterbank und das Mauerwerk ab, damit es auch dort zu keinen Lackflecken kommt. Beim Boden können Sie einfach eine Folie oder einen passenden Karton auflegen, um diesen zu schützen.

Sehen Sie sich hier ein Abklebeband im Detail an: Frog Tape Abklebeband*.

Schritt 4: Auftragen der Grundierung

Nun kommt ein wichtiger Schritt, der gerne vergessen wird: Das Grundieren.

Diese bewirkt folgendes:

  • schützt vor Feuchtigkeit und Pilzen sowie Bläue
  • langanhaltender Tiefenschutz
  • Haftvermittler zwischen Untergrund und Oberflächenmaterial
  • verhindert Verfärbungen durch durchschlagende Holzinhaltsstoffe

Tragen Sie diese mit einem Pinsel fein auf und achten Sie darauf, dass Sie einen Lösungsmittelresistenten Pinsel verwenden, wenn die Grundierung ein Lösungsmittel beinhaltet.

Auf der Außenseite können Sie zusätzlich zur Grundierung einen Isoliergrund verwenden, wenn Sie das möchten. Lassen Sie die Grundierung* gut trocknen, bevor Sie mit Schritt 5 fortsetzen:

Schritt 5: Erster Zwischenschliff & erste Lackschichte

Nun erfolgt ein erster Zwischenschliff mit dem feinen Schleifpapier*. Dieser ist erforderlich, um einen Haftgrund aufzubauen und allfällige Unebenheiten zu beheben. Nehmen Sie dazu das Schleifpapier der Körnung 220 oder 240 (oder ein noch feineres).

Danach putzen Sie den Schleifstaub gut weg und tragen die erste Lackschichte auf. Nehmen Sie dazu am besten einen Rundpinsel. Beachten Sie, dass beim Streichen keine direkte Sonneneinstrahlung auf den Fensterrahmen wirken sollte und das Holz auch nicht vorerhitzt durch Sonnenwärme ist.

Tipp HolzschutzDer Lack sollte nie zu dickflüssig aufgetragen werden, da es ansonsten zu Schlieren und Pinselstrichen kommen kann. Gegebenenfalls ist dieser etwas zu verdünnen – beachten Sie aber hier, dass eine zu hohe Verdünnung zu Lasten der guten Deckkraft geht. Verdünnen Sie immer so, wie auf dem Lack angegeben ist.

Beginnen Sie den Lackauftrag beim Falz des Fensters und arbeiten Sie sich dann über die Innenseiten zu den Außenseiten und Außenkanten vor. Sollte das Fenster Sprossen haben, beginnen Sie am besten mit diesen.

Lassen Sie diese Lackschichte nun komplett trocknen.

Schritt 6: Zweiter Zwischenschliff & zweite Lackschichte

Nun nehmen Sie noch einmal einen Zwischenschliff mit dem feinen Schleifpapier* vor und tragen analog dem vorherigen Schritt eine zweite Lackschichte auf. Vor allem auf der Außenseite würde ich immer zwei Schichten aufstreichen.

Der Witterungsschutz ist so verbessert und die Deckkraft ist in der Regel bei zwei sauberen Anstrichen viel besser, als bei lediglich einem Anstrich.

Ist die zweite Schichte komplett getrocknet, sind Sie fertig und können das Fenster wieder einhängen bzw. von Kreppband befreien.

Fensterrahmen lackieren – Fazit & Zusammenfassung

Ob Sie nun einen Gartenzaun oder einen Fensterrahmen lackieren ist dem Grunde nach (fast) egal. Die Arbeitsschritte sind ähnlich. Einen wichtigen Unterschied gibt es aber: Der Gartenzaun ist weniger heikel als der Fensterrahmen.

Schließlich ist es beim Gartenzaun eher eine Sache der Optik, während es beim Fensterrahmen auch um seine Funktion geht. Das Fenster soll zu öffnen sein, der Witterungsschutz soll vor allem auf der Außenseite gut sein und nicht zuletzt soll der Lack auch geeignet sein, um Feuchtigkeit abzuführen.

Wie oben beschrieben, eignet sich daher ein Ventilack* besonders gut, um Fensterrahmen zu lackieren. Vergessen Sie vor dem Lackieren auch die Grundierung nicht. Diese ist meist die Basis für ein sauberen Endergebnis.

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Letzte Aktualisierung: 19.11.2022, Bilder von amazon.de


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