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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Der Ringpinsel: Einsatzmöglichkeiten, Aufbau und Größen

Neben den klassischen Flachpinseln ist beim Auftrag von Lacken und anderen Holzschutzmitteln auch immer wieder der Ringpinsel gefragt. Dabei handelt es sich um einen Pinsel mit zylindrischem Schaft, der in vielen Fällen Vorteile beim Einsatz bietet. In diesem Beitrag möchte ich erklären, welche Einsatzgebiete das genau sind, welche Ausführungen es gibt und welche Modelle aus meiner Sicht zu empfehlen sind.

Was ist ein Ringpinsel und wie ist er aufgebaut?

Zum Unterschied zu einem Flachpinsel hat ein Ringpinsel* eben einen kreisrunden Grundriss und einen zylindrischen Schaft. Der Vorteil liegt in der kompakten Bauweise des Pinsels und in der Tatsache, dass auch schwierige Stellen in der Regel gut erreichbar sind. Außerdem ist dieser Pinsel – je nach Borstenbesatz – sehr gut geschaffen, um Farbe gut zu halten.

Der Aufbau unterscheidet sich nicht grundsätzlich zu dem von anderen Pinseln. Hauptbestandteile sind der Griff und die Borsten. Dazwischen liegen noch der Ring (meist aus Metall, manchmal aus Kunststoff) sowie das (Faden)Vorband:

Ringpinsel Aufbau

Das sind die wesentlichen Bestandteile eines Ringpinsels. Das Vorband besteht oft auch aus einem echten Faden und nicht aus Kunststoff.

Im Inneren des Pinsels befindet sich meist ein Korken, um den die Borsten gereiht sind. Dieser ist von außen kaum sichtbar.

Das gute Farbhaltevermögen resultiert in den dicht beieinander liegenden Borsten. Außerdem kann durch das Drehen des Pinsels beim Auftrag von Lacken ein sehr regelmäßiger Farbauftrag erfolgen, der eine schöne und gleichmäßige Oberflächenoptik zur Folge hat.

Vorteile des Ringpinsels

  • Kommt in verwinkelte Stellen
  • Gutes Farbhaltevermögen
  • Regelmäßige Farbwiedergabe (kann während dem Streichen gedreht werden)
  • Produziert schöne Oberflächen und ein sauberes Strichbild bei richtiger Technik
  • Gute Ergänzung zu anderen Pinseltypen

Unterschied Naturborste – Kunstborste beim Rundpinsel

Wie andere Pinsel auch, gibt es auch für runde Pinsel die Option des Besatzes mit Naturborsten oder synthetischen Borsten (Kunstborste). Der Unterschied besteht in der Anwendbarkeit:

Während sich Naturborsten ausgezeichnet für lösemittelhaltige Holzschutzmittel eignen, sind synthetische Borsten bei Produkten auf Wasserbasis von Vorteil. Der Grund dafür ist, dass Schutzmittel auf Wasserbasis (wie zum Beispiel Acryllacke) die Borsten zum Aufquellen bringen. Das kann bei Kunstborsten nicht passieren.

Wichtig ist – wie bei jedem Pinsel – die Qualität. Ein Pinsel, der unentwegt Borsten verliert ist ein Problem. Die Härchen landen im Lack und sind später sichtbar bzw. stören beim weiteren Farbauftrag.

TIPP: Dickere und feste Borsten brauchen Sie eher bei Lasuren und Ölen, da diese von Grund auf mehr Flüssigkeit speichern und diese eher dünnflüssigen Anstrichmittel daher besser halten und weniger tropfen. Feine Borsten brauchen Sie bei schnell trocknenden Lacken, weil diese weniger Fehler verzeihen und bei relativ dickflüssigen Lacken, um Schlieren und Pinselstriche zu vermeiden.

Hier erfahren Sie übrigens noch mehr zum Pinselborsten Material.

Einsatzmöglichkeiten von Ringinseln

Die Einsatzmöglichkeiten von Ring- bzw. Rundpinseln sind vielfältig. Eine sehr gute Eignung hat diese Art Pinsel aber bei Lacken, weil die dicht aneinandergereihten Borsten Farbe gut halten können und auch ein optimales Strichbild ergeben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Borsten gleich lang sind – eine Frage der Qualität. Unterstützt wird das gute Farbhaltevermögen oft auch von einer Farbspeichermöglichkeit im Inneren des Rings (Korkstück oder Pappstück).

Außerdem gelangen Sie mit diesem Pinsel auch an verwinkelte Stellen, welche Sie mit einem normalen Flachpinsel eher schwer erreichen.

Ebenso ist die gleichmäßige Verteilung der Farbe ebenfalls ein Faktor, der beim Lackieren zu berücksichtigen ist. Auch dafür ist ein guter Ringpinsel* bestens geeignet.

Was hat es mit dem Fadenvorband auf sich?

Der Fadenvorband ist bei Ringpinseln der Teil zwischen Stiel und Borsten. Meist besteht er aus einem Faden, der um die Borsten gewickelt ist und unter dem die Borsten zum Vorschein kommen, wie im folgenden Bild zu sehen ist:

Fadenvorband Rundpinsel

Meiner Ansicht nach ein Qualitätsmerkmal: Der Vorband aus einem echten Faden und nicht aus Kunststoff.

Nachdem sich ein Pinsel mit der Zeit (selbst bei bester Behandlung) abnutzt und dadurch der sichtbare Teil des Pinsels immer mehr schwindet, können Sie durch eine (Teil) Abwicklung des Fadenvorbandes erreichen, dass der sichtbare Bereich konstant bleibt. So lässt sich auch die Nutzungsdauer des Pinsels verlängern.

Oft ist das Vorband in (farblich) unterschiedliche Sektionen unterteilt, um eine zwei,- drei oder mehrmalige Abwicklung zu erreichen. Man spricht dann zum Beispiel von einem einfachen, zweifachen oder dreifachen Fadenvorband.

Ringpinsel kaufen

Wenn Sie einen Ringpinsel* kaufen, kommt es (wie bei anderen Pinseln auch) sehr auf die Qualität an. Ein teurer Pinsel muss aber nicht zwangsweise besser sein aber ein guter Pinsel ist in der Regel nicht extrem billig. Mögliche Kriterien sind aus meiner Sicht:

  • Stiel/Griff: Meist ist dieser aus unbehandeltem Holz (was mir lieber ist) aber es gibt auch günstigere Lösungen aus (billigem) Kunststoff. Qualitativ höher bewerte ich im Regelfall die Ausführung in Holz. Wichtiger ist aber, dass der Pinsel gut in der Hand liegt und auch gut ausbalanciert ist.
  • Fadenvorband: Ein solches sollte auf jeden Fall vorhanden sein und im besten Fall aus echten Fäden (und nicht aus Kunststoff) bestehen. Für mich ist das in jedem Fall ein Qualitätskriterium.
  • Metallring: Der Abschlussring über dem Fadenvorband ist bei hochwertigen Pinseln sicherlich eher aus Metall, als aus Kunststoff- genauso, wie das meist bei Flachpinseln der Fall ist.
  • Borsten: Diese sind natürlich enorm wichtig. Dazu ist es aber unbedingt erforderlich, dass Sie wissen, was gestrichen werden soll: Wasserbasierte Lacke und Farben sollten Sie mit synthetischen Borsten auftragen, da es ansonsten zum Aufquellen kommt. In Summe lebt ein guter Ringpinsel* davon, dass die Borsten gleich lang sind, dicht beieinanderstehen und nicht beim Streichen ausfallen.

Hier drei Modelle, die aus meiner Sicht gut geeignete Rundpinsel sind (Hinweis: ich habe diese nicht selbst getestet):

Letzte Aktualisierung: 20.09.2021, Bilder von amazon.de

Ringpinsel Größen Tabelle

Hier habe ich eine Tabelle über die üblichen Größen (Durchmesser) bei Ringpinseln für Sie:

Ringgröße Ø
2 20 mm
4 25 mm
6 30 mm
8 35 mm
10 40 mm
12 45 mm
14 50 mm
16 55 mm
18 60 mm

Arbeiten mit dem Ringpinsel

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie mit einem Ringpinsel richtig umgehen und streichen, sehen Sie sich dieses Video an:

Fazit und Zusammenfassung

Ein Ringpinsel* ist die ideale Alternative zu einem Flachpinsel, wenn es darum geht, verzwickte und verwinkelte Holzoberflächen zu bestreichen und Lack aufzutragen. In der Regel brillieren diese Pinsel durch ein gutes Farbhaltevermögen und können auch die Farbe sehr gleichmäßig wieder abgeben.

Durch das oft vorhandene Fadenvorband ist die Lebensdauer der Pinsel verlängerbar und bei guter Pflege können Sie so einen Pinsel oft jahrelang benutzen.

Hier habe ich zum Abschluss einen aus meiner Sicht empfehlenswerten Ringpinsel, der auch bei Amazon sehr gut rezensiert ist:

ROTIX-93816 Profi-Ringpinsel Ø 45 mm Größe 12...*
  • Schwarze Spezial-Borstenmischung mit sehr dichtem Schluss (90 % Tops) Kopflänge (mit Ring) 100 mm

Letzte Aktualisierung: 20.09.2021, Bilder von amazon.de