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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Holz mit Tiefengrund behandeln: So funktioniert es

Eine mögliche Holzgrundierung ist der sogenannte Tiefengrund. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um etwas, was tief in den Untergrund einziehen soll. Deutlich bekannter ist diese Art der Grundierung bei Putz,- Gipskarton- oder Betonoberflächen. Wie Sie Holz mit Tiefengrund behandeln, was es genau für ein Produkt ist und was Sie dabei alles beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das ist Tiefengrund für Holz und dort tragen Sie ihn auf

Weshalb manche Materialien überhaupt einen Tiefengrund brauchen, liegt an deren Beschaffenheit und ihrem Aufbau. Poröse Werkstoffe und Baumaterialen haben nämlich im Regelfall das Problem der unterschiedlichen Saugfähigkeit bzw. dem unterschiedlichen Saugverhalten. Folgende Oberflächen sind davon beispielsweise betroffen:

  • Gipskarton(platten)
  • Beton und Stein
  • Holz- und holzähnliche Werkstoffe (hier zum Beispiel das Grundieren von Spanplatten)
  • Putzoberflächen

Letzte Aktualisierung: 26.09.2022, Bilder von amazon.de

Andere Materialien, wie Kunststoffe, keramische Beläge und Platten sowie bereits früher versiegelte Oberflächen haben dieses Problem jedoch nicht. Daher ist der Auftrag von Tiefengrund auf diesen Materialien nicht erforderlich bzw. sinnvoll (sondern eher kontraproduktiv, weil er nicht in das Material einzieht).

Wenn Sie einen Tiefengrund* brauchen, schauen Sie sich zwei Dinge besonders genau an: Ist das Produkt auch tatsächlich für Holz und Holzverbundwerkstoffe (OSB-Platten, Spanplatten, etc.) geeignet und beinhaltet es ein Lösungsmittel oder handelt es sich um ein wasserbasiertes Produkt (ich bevorzuge ganz klar Produkte ohne Lösungsmittel).

Grundierte Holzlatte

Tiefengrund kann zum Beispiel bei Hölzern im Außenbereich angewendet werden. Diese Grundierung zieht in das Holz ein und nimmt so der Feuchtigkeit auch den Platz sich später dort einzunisten.

Wann sollten Sie daher einen Tiefengrund auftragen?

Das oben erwähnte ungleiche Saugverhalten des Werkstoffs wirkt sich auf Folgeanstriche aus. Daher ist es wichtig, dem Untergrund dieselbe Basis zu geben, um spätere Farbungleichheiten zu vermeiden. Der Tiefengrund gleicht das Saugverhalten aus und schafft diese Basis. Gerade bei Holzbeschichtungen spielt das oft eine sehr große Rolle.

Grundsätzlich verbessert eine Grundierung meist die Haftung des Folgeanstrichs und schützt das Holz vor durchschlagenden Inhaltsstoffen bzw. bietet einen guten Feuchteschutz. Dazu gibt es ganz unterschiedliche Produkte, über die ich teilweise auf dieser Webseite schon etwas geschrieben habe:

Ich arbeite zu Hause besonders gerne mit dem Bläueschutz und ab und zu mit dem Isoliergrund. Der Auftrag eines Tiefengrunds macht immer dann Sinn, wenn Sie vermeiden möchten, dass unterschiedliches Saugverhalten negative Auswirkungen auf eine spätere Holzschutz-Beschichtung (wie zum Beispiel einen Lack) hat.

Wie können Sie den Tiefengrund auftragen?

Für das Auftragen eines Tiefengrundes stehen aus meiner Sicht dieselben Werkzeuge zur Verfügung, wie beim Auftragen anderer Anstriche auch, nämlich Pinsel oder Rolle:

Der Auftrag mit dem Pinsel ist für mich aber effektiver, da der Tiefengrund* hier üblicher Weise so verteilt wird, dass er auch gut einziehen kann. Dazu können Sie jeden üblichen Pinsel benutzen, es gibt aber Grundierpinsel, die eben speziell für den Auftrag von Grundierungen gefertigt sind.

Hinweis HolzschutzEinzig aufpassen sollten Sie bei der Wahl des Pinsels bei der Art des Tiefengrundes: Einen auf Wasserbasis sollten Sie mit einem Pinsel aufstreichen, der aus synthetischen Fasern gefertigt wurde, weil Naturborsten zum Aufquellen neigen. Im Gegensatz dazu können Sie Tiefengründe auf Lösemittelbasis mit alles Pinselborsten verarbeiten.

Das Auftragen mit der Rolle ist auch möglich, ich halte davon aber eher weniger. Es geht beim Auftragen des Tiefengrundes ja nicht etwa darum, eine möglichst schöne Oberfläche zu erhalten, sondern dass die Grundierung in das Holz einzieht. Wenn ich die Wahl habe, greife ich daher hier eher zum Pinsel. Einzig bei wirklich sehr großen Flächen sind Sie vermutlich mit einer (großen) Rolle tatsächlich auch signifikant schneller als mit dem Pinsel.

Wieviel Lasur pro m2 Holz

Das Auftragen von Tiefengrund auf Holz ist mit einem Pinsel meiner Ansicht nach am besten möglich – aber es funktioniert auch mit einer Rolle.

Tiefengrund auf Holz streichen: So gehen Sie vor

Das Anstreichen von Tiefengrund* auf Holz ist aus meiner Sicht keine Hexerei. Folgende üblichen Schritte (inklusive Vorbereitung) sollten Sie dafür vorsehen:

  • 1. Schritt: Reinigen Sie gegebenenfalls die Holzoberfläche. Wenn Sie dazu Wasser benutzen, lassen Sie das Holz danach vollständig trocknen.
  • 2. Schritt: Schleifen Sie die Holzoberfläche ab. Nehmen Sie dazu erst ein grobes, dann ein mittelgrobes und dann ein feines Schleifpapier. Sie können natürlich auch maschinell vorgehen (zum Beispiel mit einem Exzenterschleifer oder Schwingschleifer).
  • 3. Schritt: Brechen Sie gegebenenfalls die Kanten. Das machen Sie, in dem Sie diese leicht schräg anschleifen, mit dem Hintergrund, dass die Kante später dort nicht reißt und der Tiefengrund bzw. die Folgeanstriche an diesen Stellen auch gut halten.
  • 4. Schritt: Entfernen Sie nach den Schleifarbeiten den Schleifstaub gründlich.
  • 5. Schritt: Nun tragen Sie den Tiefengrund* auf. Pinseln Sie dazu mit der Holzmaserung die Grundierung auf. Achten Sie, weder zu viel noch zu wenig zu verwenden. Wenn Sie merken, dass das Holz stark saugt, können Sie ruhig mehr auftragen oder gegebenenfalls einen zweiten Durchgang einlegen.
  • 6. Schritt: Lassen Sie die Grundierung trocknen. Beachten Sie dabei die Empfehlungen des Herstellers. Üblicher Weise nimmt das Durchtrocknen mehrere Stunden in Anspruch.
  • 7. Schritt: Nachdem sich beim Grundieren die fasern des Holzes vermutlich aufgerichtet haben sollten Sie (vorausgesetzt, Sie wollen eine schöne Oberfläche haben) nun mit einem ganz feinden Schleifpapier (Mindestkörnung aus meiner Sicht 220) die Grundierung anschleifen. Dabei sollten Sie jedenfalls mit der Maserung vorgehen und so sachte arbeiten, dass die Grundierung nicht wieder vollständig heruntergeschliffen wird.
  • 8. Schritt: Nachdem das Zwischenschleifen erledigt ist, sollten Sie nun noch den Schleifstaub gründlich entfernen und können nun mit dem Auftrag ihres bevorzugten Holzschutzmittels (Lack, Lasur, Wetterschutzfarbe, etc.) fortsetzen.

Hier habe ich mit ein paar Fotos den Prozess auch bildhaft ein wenig dokumentiert:

Holz abschleifen

Als Vorarbeit müssen Sie das Holz abschleifen. Normalerweise grob, mittelgrob und fein – dazu eignet sich ein Exzenterschleifer sehr gut.

Kanten brechen

Auch das Brechen der Kanten (also das leichte Abschrägen) sollten Sie nicht vergessen.

Tiefengrund auf Holz auftragen

Bevor es mit Lacken oder anderen Anstrichen weitergeht, tragen Sie ein- bis zwei Schichten Tiefengrund auf.

Tiefengrund abschleifen

Den Tiefengrund schleifen Sie nach dem Trocknen ganz fein ab – zum Beispiel mit einem Schleifschwamm und einer Körnung von 220 aufwärts.

Kann man Tiefengrund von Holz auch wieder entfernen?

Grundsätzlich kann man Altanstriche und Grundierungen auch von Holz wieder entfernen, wenn man es versehentlich damit bestrichen hat oder aufgrund des Alters des Anstrichs eine Neuanstrich erfolgen soll.

Allerdings ist bei Mitteln, die in das Holz einziehen (Lasuren, Öle, Tiefengrund, etc.) das Problem, dass Sie im Regelfall nur den oberflächlich liegenden Teil der Grundierung wegschleifen können. Die ins Holz eingezogenen Reste bekommen Sie üblicher Weise nicht weg.

Meiner Erfahrung nach spielt das gerade beim Tiefengrund* eher weniger eine Rolle, denn dieser wirkt im Holz ja ohnehin ausgleichend hinsichtlich des Saugverhaltens und somit vorteilhaft.

Etwas anders ist das sicherlich bei Altanstrichen zu sehen, die vielleicht noch dazu hygienisch bedenklich sind und Stoffe beinhalten, die heraussollten. Hier hilft im Normalfall nur der Sperrgrund, der das Holz gegenüber einem Folgeanstrich abschottet.

Tiefengrund für Holz: Produktempfehlung

Der BTEC Tiefengrund* ist eine lösemittelfrei, wasserverdünnbare Grundierung für den Innen- und Außenbereich. Die Einsatzgebiete sind saugende, porenoffene Untergründe, wie z.B. Estrich, Rigips, OSB-Platten, Kalksandstein, Beton, Holzplatten, Spanplatten, Putz, etc.

Es handelt sich um eine schnelltrocknende, geruchsarme und wetterfeste Grundierung. Da der Wirkstoff lösemittelfrei und geruchsarm ist, empfiehlt er sich besonders für den Wohnbereich. Der Verbrauch beträgt etwa einen Liter pro 10m², mit 10 Litern können Sie also circa 100m² grundieren.

Letzte Aktualisierung: 26.09.2022, Bilder von amazon.de

Holz mit Tiefengrund behandeln: Fazit und Zusammenfassung

Tiefengrund* ist sowohl als Produkt als auch vom Auftragen her in der Regel ein problemloses Holzschutzmittel. Er zieht tief in das Holz ein und gleicht unterschiedliches Saugverhalten gut aus. Erhältlich ist er auf Wasserbasis und auf Lösemittelbasis, wobei ich im Inneren von Gebäuden ganz klar die lösemittelfreie Variante bevorzuge.

Achten Sie beim Auftragen des Tiefengrundes auf einen satten Anstrich mit weder zu viel als auch zu wenig Flüssigkeit. Ist der Tiefengrund zu dickflüssig, können Sie Produkte auf Wasserbasis auch mit Wasser etwas verdünnen. Bei gebeiztem Holz sollten Sie ihn allerdings nicht zur Anwendung bringen.

Sehen Sie sich hier einen aus meiner Sicht empfehlenswerten Tiefengrund auf Acrylbasis an, den Sie sehr gut bei Holz im Innen- und Außenbereich anwenden können:

Tiefgrund LF Haftgrund Universalgrundierung 1173 für...*
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Letzte Aktualisierung: 26.09.2022, Bilder von amazon.de