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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Ventilationslack: Eigenschaften, Anwendungen & Auftragen

Immer wieder stolpert man beim Lackieren über den Begriff des Ventilationslack (oder Ventilacks). Dabei handelt es sich um einen speziellen Lack, der bei bestimmten Holzoberflächen Sinn macht, weil er besondere Eigenschaften aufweist. Erfahren Sie in diesem Artikel, um welchen Lack es sich dabei handelt, welche Eigenschaften er besitzt und wie Sie ihn auftragen.

Ventilack – was ist das?

Bei einem Ventilack handelt es sich um einen speziellen Lack. Venti steht für das Ventilieren, was so viel zu bedeuten hat, dass er Feuchtigkeit aus dem Holz entweichen lässt und somit einen Feuchtigkeitsaustausch ermöglicht.

Wichtig ist das immer dann, wenn das Holz Feuchtigkeit nach außen abgeben sollte. Speziell bei Fenstern und Außentüren kann das ein großer Pluspunkt sein: Durch die Temperaturunterschiede und wechselnden Bedingungen im Außen- und Innenbereich eines Gebäudes kann es dazu kommen, dass Feuchtigkeit nach Außenabgegeben werden sollte – und da kommt der Ventilationslack ins Spiel.

Aber nicht nur für diese Anwendung ist er geeignet, er kann grundsätzlich zum Lackieren von Holz verwendet werden.

Vorteile sowie Eigenschaften von Ventilationslacken

Die wesentlichen Eigenschaften von Ventilationslacken sind:

  • Ein Feuchtigkeitsaustausch ist durch die deckende Lackschichte hindurch möglich.
  • Weist in der Regel eine gute Konsistenz auf, um Holzoberflächen deckend und zügig streichen zu können.
  • Hohe Elastizität und Weichheit
  • Witterungsbeständigkeit

Somit ergeben sich folgende Vorteile bei der Verwendung:

  • Das Holz kann weiter „atmen“ und auch Feuchtigkeit nach außen abgeben. Es ist so weniger anfällig gegenüber Schimmel und Bläue.
  • Durch die hohe Elastizität kann der Lack das Quellen und Schwinden des Holzes sehr gut abfedern.
  • Durch seine Weichheit kommt es nicht so schnell zum Absplittern und Abblättern der Lackschichte.
  • Die ideale Konsistenz bürgt für einen schnellen Arbeitsfortschritt.

Eine hervorragende Eignung ist daher im Außenbereich für maßhaltige Bauteile gegeben. Was ein maßhaltiger Bauteil ist, habe ich hier erklärt: Glossar über den Holzschutz.

Fensterrahmen lackieren

Vor allem beim Lackieren von Fenstern und Fensterrahmen sowie Türen ist Ventilack ein probates Anstrichmittel zum Schützen des Holzes.

Ventilationslack bei Fenstern und anderen Holzoberflächen auftragen

Im Folgenden habe ich eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum Auftragen von Ventilationslacken für Sie, bei der es einige Arbeitsschritte zu erledigen gilt:

Das brauchen Sie alles

  • Ventilationslack in der gewünschten Farbe und erforderlichen Menge
  • Holzschutz-Grundierung
  • Schleifpapier der Körnungen 100 oder 120 und 220 oder 240
  • Pinsel zum Auftragen von Grundierung und Ventilationslack
  • Kreppband zum Abkleben und Folie zum Auflegen

So gehen Sie vor

Hier habe ich die Schritte in Kurzfassung angeführt. Wenn Sie eine Langversion bevorzugen, lesen Sie auch in diesem Artikel über das Lackieren von Fensterrahmen nach.

  • 1. Schritt: Entfernen von Altanstrichen (abbürsten, abschleifen), wie Lacken, Lasuren oder Wetterschutzmitteln – falls vorhanden.
  • 2. Schritt: Anschleifen der Holzoberfläche mit einem mittelgroben Schleifpapier der Körnung 100 oder 120 (immer in Maserrichtung). Anschließend Schleifstaub wegputzen.
  • 3. Schritt: Auftragen der Holzschutzgrundierung. Diese dient dem Schutz vor Schimmel, Bläuepilzen und späteren Verfärbungen der Lackschichte.
  • 4. Schritt: Zwischenschliff mit einem feinen Schleifpapier der Körnung 220 bis 240. Anschließend Schleifstaub wegputzen.
  • 5. Schritt: Auftragen der ersten Lackschichte mit einem geeigneten Pinsel. Beste Ergebnisse werden erzielt, wenn zuerst längs, dann quer und dann noch einmal längs zur Holzmaserung ein verschränkter Anstrich erfolgt (nass in nass).
  • 6. Schritt: Erneuter Zwischenschliff mit einem feinen Schleifpapier der Körnung 220 bis 240. Anschließend Schleifstaub wegputzen.
  • 7. Schritt: Auftragen der zweiten Lackschichte analog zur ersten Schichte in gleicher Art und Weise.

Warten Sie mit den unterschiedlichen Schichten und dem Schleifen immer, bis die Schicht davor komplett getrocknet ist.

Hinweis HolzschutzBegnügen Sie sich nicht mit nur einer Schichte Lack – vor allem bei Holzoberflächen nicht, die im Freien liegen. Ein zweimaliger Auftrag bietet einen hohen Witterungsschutz und eine hohe Deckkraft. Außerdem sollten Sie beim Lackieren auch nie auf die Grundierung verzichten.