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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Lack verdünnen: Darum macht das manchmal Sinn

Grundsätzlich kann ein Buntlack oder auch ein Klarlack verdünnt werden. Manchmal ist das sogar ratsam bzw. notwendig. Aber, wenn Sie zur falschen Verdünnung greifen, kann der Lack ganz schnell auch unbrauchbar werden. In diesem Artikel dreht sich daher alles um das Verdünnen von Lack, wie Sie das anstellen und was Sie dabei alles zu beachten haben. Hier erfahren Sie übrigens alles zum Lackieren von Holz.

Warum muss bzw. sollte Lack manchmal verdünnt werden?

Hier habe ich zu Beginn dieses Beitrags ein paar Gründe für Sie, warum man Lacke für Holz manchmal verdünnt:

  • Aufgrund eines Auftrags auf innenliegende Hölzer verzichtet man auf die Grundierung aber möchte einen Ersatz. Dann verdünnt man den Lack vor dem Auftrag der ersten Schicht und sorgt so dafür, dass dieser besser in das Holz einziehen kann.
  • Das Auftragewerkzeug erfordert es: Nämlich dann, wenn Sie den Lack mit einer Spritze aufsprühen möchten, ist es oft erforderlich, dass dieser verdünnt wird.
  • Sie möchten zwar eine Deckschichte haben, diese soll aber nicht zu 100% deckend sein. Hier kann man mit einer Lackverdünnung dafür sorgen, dass die Holzoptik zumindest durchscheint.
  • Der Lack sieht etwas eingetrocknet aus, weil er in der Dose längere Zeit verbracht hat und  muss daher etwas verdünnt werden.

Hinweis HolzschutzBeachten Sie außerdem, dass auf manchen Lacken explizit draufsteht, dass sie zu verdünnen sind (samt Mischungsverhältnis) oder dass sie eben nicht verdünnt werden dürfen. Lesen Sie sich daher vor dem Kauf auch immer die Dosenrückseite durch. Manchmal steht auch einfach nur drauf: Geeignet zum Verdünnen oder so ähnlich.

Um welchen Lack handelt es sich eigentlich?

Die wichtigste Frage im Zusammenhang mit dem Verdünnen von Lack ist aber die nach der Art des Lacks: Zu Unterscheiden sind die zwei großen Gruppen, nämlich wasserbasierte und lösungsmittelbasierte Lacke. Dazu noch einmal eine kure Zusammenfassung:

  • Lacke auf Wasserbasis (Acryllack) können auch mit Wasser verdünnt werden. Sie sind in der Regel die umweltschonendere Variante und können meist bedenkenlos auf Holzflächen in Innenräumen eigesetzt werden (aber auch außen, wenn das Produkt dies ermöglicht).
  • Lacke auf Lösungsmittelbasis (Kunstharzlack, Alkydharzlack) härten aus, indem dieses Lösungsmittel verdunstet. Das ist zum Beispiel Terpentin. Daher entsteht nach dem Auftrag meist ein etwas unangenehmer Geruch und auch das Einatmen dieser Lacke ist nicht zu empfehlen. Sie sind allerdings robuster und im Außenbereich bevorzugt einzusetzen. Es gibt bei diesen Lacken in der Regel keine Eignung für gewisse Zwecke, wie das Streichen von Kinderspielzeug, etc.

Also – eigentlich ist es gar nicht schwer zu merken: Wenn der Lack überhaupt verdünnt werden kann, dann ist ein Lack auf Wasserbasis mit Wasser und ein Lack auf Lösungsmittelbasis mit dem Lösungsmittel zu verdünnen. Dieses Lösungsmittel ist bei Alkydharzlacken zum Beispiel Terpentin, Terpentinersatz oder auch eine Universalverdünnung.

Mehr zu diesem Thema finden Sie auch hier: Lack auf Wasserbasis oder Lösungsmittel Basis verwenden?

Lack verdünnen Hinweise

Ein beispielhafter Hinweis zum Verdünnen eines Lacks auf Wasserbasis für den Grundanstrich mit etwa 5 bis 15%.

Lack verdünnen – Welches Verhältnis ist sinnvoll?

Nun, das kann man nicht allgemein festschreiben. Es kommt immer auf das jeweilige Produkt an aber auch die Temperatur spielt eine Rolle: Je wärmer es nämlich ist, desto dünnflüssiger ist in der Regel auch der Lack.

In der Regel kann man sagen, dass im Falle einer möglichen Verdünnung das Verhältnis bei rund 5 bis 15% liegt. Ich selbst verdünne meist nur mit maximal 10% Beigabe von Wasser oder Lösungsmitteln.

Natürlich können Sie den Lack auch soweit verdünnen, dass er schon mehr Lasur als Lack ist – diesfalls werden Sie vermutlich mehr als 15% brauchen. Aber in diesem Fall würde ich persönlich auch eine Lasur kaufen und nicht einfach den Lack verdünnen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Mischungsverhältnis etwas taugt, dann nehmen Sie sich ein wenig mehr Zeit: Mischen Sie den Lack in ihrem gewünschten Verhältnis (beispielsweise mit 10%) und rühren damit aber nur eine geringe Menge an. Machen Sie danach einen Probeanstrich. So sehen Sie, ob Ihnen die Verdünnung passt oder ob die beigegebene Menge Wasser bzw. Lösungsmittel doch zu viel des Guten war.

Unterschiede beider Lacke

Die Viskosität von Lacken kann von Grund auf unterschiedlich sein: Links ein etwas zäher Kunstharzlack, rechts ein dünnflüssiger wasserbasierter Klarlack.

Lack richtig verdünnen – so geht´s

In den folgenden Absätzen habe ich eine kurze Anleitung zum Verdünnen von Lack geschrieben und gebe dabei wieder, wie ich beim Verdünnen vorgehe:

Das benötigte Material

  • Den zu verdünnenden Lack
  • Ein sauberes Behältnis aus Kunststoff oder Glas
  • Das korrekte Verdünnungsmittel (also Wasser oder ein Lösungsmittel)
  • Einen Pinsel zum Umrühren
  • Eine Küchenwaage oder einen Messbecher
  • Einen Taschenrechner oder Kopfrechenkünste

So gehe ich beim Verdünnen von Lack vor

Für den ersten Schritt verwende ich eine Küchenwaage und stelle das Glasgebinde drauf. Wichtig ist, dass diese nicht zum Gewicht des Lacks hinzu gerechnet wird, sondern sie Waage 0 (null) anzeigt, wenn das Behältnis schon drauf steht. Außerdem sollte es natürlich eine Schüssel sein, die später nicht mehr für Küchenzwecke oder ähnliches verwendet wird. Altglas eignet sich daher hervorragend.

Danach fülle ich den Lack ein und lese die eingefüllte Menge ab. In meinem Fall und für dieses Beispiel sind es 76 Gramm. Es handelte sich einen wasserbasierten Acryllack (hier mehr dazu: Was ist der Unterschied zwischen Acryllack und Kunstharzlack?)

unverdünnter Lack

Hier habe ich insgesamt 76 Gramm unverdünnten Lack in ein Glasgebinde gefüllt.

Danach habe ich ausgerechnet, wieviel Wasser ich zugeben muss, um eine 10% Zugabe zu erhalten:

76 Gramm / 100 x 10 = 7,6 Gramm (gerundet 8 Gramm)

Entsprechend dieser Berechnung habe ich 8 Gramm beigegeben, also solange Wasser zugeführt, bis die Waage auf 84 Gramm gestanden ist:

Verdünnter Lack

Der 10% verdünnte Lack ist nicht schwer herzustellen. Bei größeren Mengen verwenden Sie notfalls einen Taschenrechner.

Dann ist die Sache auch schon erledigt. Zum Schluss habe ich das Ganze noch mit dem Pinsel aufgerührt, mit dem der Lack später aufgestrichen wird.

Lack verdünnen

Der letzte Akt: Rühren Sie den verdünnten Lack gut auf und dann können Sie diesen auch schon verarbeiten.

Wenn Sie einen lösungsmittelhaltigen Lack verdünnen möchten, gehen Sie prinzipiell genau so vor, verwenden aber anstelle des Wassers ein Lösungsmittel oder eine Universalverdünnung.


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