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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Holz im Boden schützen: Erdberührung in Griff bekommen oder vermeiden

Immer wieder ist dieser Effekt deutlich zu sehen: Holzsteher werden im Erdreich oder in Bodennähe verankert und somit in arge Mitleidenschaft gezogen. Der Grund dafür ist meist, dass Feuchtigkeit das Holz angreift und der Beginn von Fäulnisprozessen sind. Betroffen sind häufig Pfosten, Steher, Zaunlatten und dergleichen. In diesem Beitrag gebe ich Tipps dazu, wie Sie einerseits Holz im Boden schützen und andererseits, welche Möglichkeiten Sie haben, dass erst gar nicht zu einer Erdberührung kommt.

Abstand zum Erdreich herstellen

Die gängigste und eine der einfachsten Methoden ist es, einen Abstand zum Erdreich herzustellen. Wenn das Holz nicht direkt mit der häufig feuchten Erde in Kontakt steht, wird es besser abtrocknen können. Wasser kann zudem besser ablaufen und das Holz steht nach anhaltenden Regenfällen nicht komplett im Nassen.

Ein gutes Beispiel sind Zaunlatten. Diese liegen optimaler Weise einige Zentimeter über dem Boden. Wichtig ist nur, dass die Steher, zwischen denen die Latten eingespannt sind, auch über dem Erdreich zum Liegen kommen bzw. optimal geschützt sind. Wie Sie das schaffen, lesen Sie im nächsten Absatz. Auf dem folgenden Bild sehen Sie, dass zwar ein Abstand gegeben ist, aber durch Bewuchs und Spritzwasser die Hölzer dennoch ständig der Bewitterung und Nässe ausgesetzt sind:

Zaunlatten Abstand Boden

Zaunlatten sollten einen Mindestabstand zum Boden haben. Schmutzig sollten Sie aber dennoch nicht sein, daher ist das Bild kein optimales Beispiel – das kommt vom Spritzwasser (kaum zu vermeiden).

Um dieses Problem zu umgehen, ist es eine Überlegung wert, genau unter den Zaunlatten das Erdreich wegzunehmen und gegen Kies oder Schotter zu ersetzen, wenn das die örtliche Situation zulässt.

Alles in allem ist ein geringer Abstand zum Boden immer noch besser, als wenn die Zaunlatten direkt am Boden anstehen- das sollten Sie unbedingt vermeiden.

Steher in einem Metallschuh aufstellen

Steher (von Zäunen aber auch von anderen Anlagen) eignen sich meist ebenfalls nicht zum direkten Einbau in das Erdreich. Die Konsequenzen sind oft, dass diese mit Fäulnis überzogen werden und die Tragfähigkeit im Laufe der Zeit verlieren können.

Sie sollten daher immer in einem Metallschuh stehen, der selbst in der Erde oder einem Fundament verankert ist. Es gibt beispielsweise Erdspieße, die in den Boden gerammt werden. Diese sind aber nur für leichte Konstruktionen geeignet.

Steher, die Lasten abtragen müssen, sollten immer ordentlich fundamentiert werden und in einem Metallschuh stehen, der im Fundament mit einem Eisen verankert wurde.

Steher in Metallschuh

Ein Zaunsteher aus Holz in einem Metallschuh, der mit einem Erdspieß verankert wurde. Da es nur ein niedriger Zaun ist, der eher optischen Charakter hat, war ein Fundament hier nicht unbedingt erforderlich.

Wenn das Holz wirklich im Freien steht (also Beispielsweise Steher eines Zaunes) sollten Sie auf die sogenannte Spritzwasserhöhe achten. Das ist jene Höhe, in der auch das Holz vor spritzendem Regenwasser geschützt ist. Sie beträgt in der Regel 25 bis 30 cm.

Kies- oder Schotterbett

Sollte aus irgendeinem Grund der Holzsteher in das Erdreich ragen müssen oder sollen, besteht die Möglichkeit, das Loch, in den Sie den Steher stecken, anstelle mit Erde mit Kies oder Schotter zu verfüllen.

Auch dabei ist zu beachten, dass solche Konstruktionen nicht unbedingt tragfähig sind und daher nur dann gebaut werden sollen, wenn es die Trag- und Konstruktionslast auch zulässt. Steher im Kiesbett können nämlich natürlich leicht kippen oder im Laufe der Zeit schräg stehen.

Der Vorteil des Kiesbetts ist aber, dass Wasser sofort abläuft und sich nicht um das Holz sammelt. Diese Maßnahme ist zwar etwas ungewöhnlich aber auch nicht unmöglich. Beachten Sie nur, dass Sie nichts gewonnen haben, wenn nur die oberste Schicht bekiest ist. Der Steher, der dann wenige Zentimeter unter dem Kiesbett in der Erde steht, wird dann eben dort morsch.

Kiesbett im Erdreich

Wie gesagt: Solche Pfähle können leicht kippen- es empfiehlt sich daher, diese Art der Konstruktion nur dann zu wählen, wenn keine schweren Lasten auf den Steher einwirken werden.

Holz mit einem Anstrich versehen

Die Möglichkeit, Holz mit einem Anstrich zu versehen, ist aus meiner Sicht keine Möglichkeit sondern – zumindest im Freien – erforderlich. Folgende Optionen haben Sie:

Stirn- und Unterseiten mit Bitumenanstrich oder Fäulnisschutz versehen

Das Auftragen eines Bitumenanstrichs oder Fäulnisschutzes ist vor allem auf geschnittenen Stirnseiten interessant, die in der Nähe der Erde stehen (also zum Beispiel Steher ohne Metallschuh, deren untere Seite abgeschnitten wurde) oder bei Pfählen, die in der Erde gerammt werden.

Der Vorteil ist, dass dieser Anstrich tatsächlich gut schützt, wenn er ordnungsgemäß aufgetragen wurde. Nachteilig ist die Optik (schwarz) und die Tatsache, dass das Holz seine Atmungsaktivität verliert. Daher sollten Sie wirklich nur die Stirnseite und maximal die untersten Teile eines Stehers streichen, nie aber den gesamten Steher. Den Rest können Sie nämlich auch lasieren – eine Möglichkeit, bei der das Holz atmen kann.

Insgesamt gesehen bietet bei Holzpfählen, die direkt in das Erdreich gerammt werden, diese Methodik einen passablen Schutz. Wichtig ist aber, dass der gesamte Bereich, der in der Erde steht, mit dem bituminösen Anstrich versehen wird und dieser auch etwas über die Erde ragt. Ansonst wird genau im Übergangsbereich eine Problemzone entstehen. Folgende Skizze soll dies verdeutlichen:

Holz im Boden schützen Pfahl im Erdreich

Einen Pfahl im Erdreich können Sie mit bituminösen Anstrichen oder einem Fäulnisschutz versehen.

Das Auftragen einer Lasur

Eine Lasur zieht tief in das Holz ein, wobei hier zwei Arten zu unterscheiden sind: Die Dünnschichtlasur und die Dickschichtlasur. Während erstere einzieht, bildet zweitere eine Deckschicht an der Oberfläche und wirkt dabei so ähnlich, wie ein Lack.

Der Vorteil der Lasur ist ganz klar, dass der Anstrich relativ flott von der Hand geht und das Holz atmungsaktiv bleibt. Zudem bleiben Struktur und Maserung der Oberfläche bei der Dünnschichtlasur sichtbar, es sei denn, Sie verwenden eine Lasur mit Farbpigmenten.

Beachten Sie beim Lasieren von Holz, dass Sie es nie bei zu hoher Hitze machen sollten, weil dann die Lasur zu schnell einzieht. Die Lasur ist deswegen so beliebt, weil Sie nicht viel Arbeit verursacht und dennoch einen guten Schutz bietet – sie müssen diesen nur immer wieder erneuern.

Bei erdberührten Hölzern ist es aber fraglich, ob der Effekt bei der Lasur sehr groß ist. Vermutlich müssen Sie in kritischen Bereichen schon sehr häufig den Holzschutz erneuern (schätze jedes Jahr einmal), damit dieser – wenn überhaupt – auch wirksam bleibt.

Handelt es sich hingegen um nicht erdberührte Hölzer, die nur in Bodennähe stehen, ist die Lasur sicher eine gute Option. Vergessen Sie aber beim Lasieren aber niemals, eine Holzgrundierung aufzutragen.

Holz im Boden schützen mit Lasur

Holz im Boden schützen: Mit einer Lasur geht es zwar relativ schnell, jedoch müssen Sie oft nachstreichen.

Lackieren von bodennahen Hölzer

Auch das Lackieren des Holzes in Bodennähe ist eine Option. Ähnlich, wie bei der Lasur haben Sie aber auch in diesem Fall davor unbedingt eine Grundierung aufzutragen, weil diese ins Holz einzieht und einen sehr guten Feuchte- und Fäulnisschutz bietet.

Beim Lack handelt es sich um einen deckenden Anstrich, den Sie farblich so gestalten können, wie Sie möchten. Haben Sie sauber gearbeitet, kann Feuchte nicht mehr ins Holz einziehen, weil Sie einerseits eine Lackschichte außen und andererseits eine Grundierung darunter aufgetragen haben.

Im Außenbereich und bei bodennahen Hölzern empfehle ich spezielle Imprägnier-Grundierungen zu verwenden, welche die Feuchtigkeit wirksam abhalten.

Beachten Sie, dass es punkto Grundierungen auch unterschiedliche Klassen gibt: Jene, die für erdberührte Hölzer geeignet sind und solche, die das nicht sind. Üblicher Weise steht das bei der jeweiligen Grundierung dabei.

Lack bodennahe Hölzer

Das Auftragen eines Lacks bei Holz in Bodennähe ist auch möglich. Die Deckschichte hält Nässe zusätzlich ab, in das Holz einzuziehen.

Holz im Boden schützen – Fazit

Egal, wie gut Sie Holz im Freien und Bodennähe schützen, früher oder später wird es dazu kommen, dass Sie den Schutz erneuern müssen.

Wirksam ist meiner Ansicht nach eine Kombination mehrerer Maßnahmen. Das Anstreichen des Holzes mit bituminösen Anstrichen im unteren Bereich und atmungsaktiven Anstrichen darüber bildet einen soliden Grundschutz.

Zusätzlich sollten Sie, wenn möglich- darauf achten, dass das Holz so weit vom Boden weg, wie möglich steht. Somit müssen Sie das Holz im Boden nicht schützen, weil es gar nicht im Erdreich steht. Dazu stehen beispielsweise Metallschuhe als effektives Mittel zur Verfügung, in die Steher eingebettet werden können. Hierbei sollte die Spritzwasserhöhe (25 bis 30 cm) nicht vernachlässigt werden.

Hier können Sie im übrigen weiter lesen, wenn Sie wissen möchten, welches Holz man nicht streichen muss.


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