Skip to main content

Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Pinsel richtig reinigen: Halten Sie dieses Arbeitsgerät stets sauber

Eines der wichtigsten Arbeitsmittel für das Auftragen eines Holzschutzes ist zweifelsohne der Pinsel. Ohne ihn geht meist nicht viel und meiner Erfahrung nach viel zu häufig muss er neu gekauft werden, weil der alte unsachgemäß gesäubert wurde. Trotz der Tatsache, dass ein Pinsel in der Regel lediglich geringe Kosten verursacht, ist das nicht notwendig. In diesem Artikel erkläre ich daher, wie Sie einen Pinsel richtig reinigen und wie Sie diesen ordnungsgemäß aufbewahren.

Gründe, weshalb ein Pinsel unbenutzbar wird

Nun, die Gründe, weshalb ein Pinsel unbenutzbar werden kann sin zahlreich. Hier eine kleine Auswahl:

  • Der Pinsel wird nach dem Streichen abgelegt und vergessen. Das Anstrichmittel trocknet ein und der Pinsel ist kaputt (der Klassiker).
  • Das Auswaschen des Pinsels wird gleich erledigt, aber mit dem falschen Reinigungsmittel.
  • Der Pinsel wird unzureichend gereinigt und die Reste trocknen erst recht ein.
  • Der Pinsel wird nicht ordnungsgemäß aufbewahrt.
  • Es handelt sich um einen Pinsel niedriger Qualität, dessen Borsten sich beim Auswaschen (mit einem Lösungsmittel) lösen.

Sicherlich gibt es einige Gründe mehr, aber diese fünf sind zusammengenommen geschätzt 98% der Gründe, warum ein Pinsel nicht mehr benutzbar ist. Das gilt übrigens für große Pinsel aber auch für kleine.

Das Wesentliche ist aus meiner Sicht die richtige und schnelle Säuberung direkt nach dem Auftrag des Anstrichs.

Wie Sie einen Pinsel richtig reinigen

Zur Korrekten Pinselwäsche kommt es nicht selten darauf an, welches Mittel damit gestrichen wurde. Daher macht es einen Unterschied, ob Sie nun eine Wetterschutzfarbe, eine Lasur, einen Lack oder ein Öl aufgetragen haben:

Pinsel nach einer Lasur reinigen

Lasuren sind auf Wasserbasis oder auf Basis von Lösungsmittel erhältlich. Wenn Sie aufgrund des Standortes der Holzoberfläche (zum Beispiel im Außenbereich) nicht auf Lösungsmittel in der Lasur verzichten können, brauchen Sie eine spezielle Reinigungsmöglichkeit.

Das ist in aller Regel das Lösungsmittel der Lasur (diese löst dann natürlich auch die Lasur vom Pinsel ab) oder ein spezieller Pinselreiniger bzw. Terpentin. Waschen Sie Ihren Pinsel gleich nach dem Auftragen der Lasur gründlich aus. Wenn zu lange Pausen zwischen den Lasuraufträgen sind, gerne auch mit einer Zwischenwäsche.

Beachten Sie auch, dass Pinsel mit minderwertiger Qualität durch das Lösungsmittel selbst auch aufgelöst werden können oder zumindest einige Borsten verlieren.

Pinsel, mit denen Lasuren auf Wasserbasis aufgetragen werden, sind leichter zu reinigen. Waschen Sie diese am besten gleich nach dem Lasurauftrag gründlich mit Wasser aus. Das reicht in den meisten Fällen. Gegebenenfalls geben Sie etwas handelsübliche Seife dazu.

In jedem Fall wesentlich ist das rasche Auswaschen des Pinsels.

Pinsel reinigen und waschen

Der letzte Schritt – egal ob mit Lösungsmittel ausgewaschen oder nicht – sollte immer das Abspülen mit klarem und sauberen Wasser sein. Danach geht´s zur Trocknung.

Pinsel nach dem Einölen auswaschen

Das Entfernen von Öl ist in der Regel nicht weiter schwierig:

Als erstes wischen Sie das auf dem Pinsel verbliebene und somit überschüssige Öl ab. Entweder entfernen Sie das mit einem Baumwolltuch oder Sie streifen den Pinsel gut über den Rand des Öl-Tiegels ab.

Danach nehmen Sie etwas handelsübliches Geschirrspülmittel und verreiben es zwischen Ihren Fingern.

Während Sie nun lauwarmes Wasser über den Pinsel laufen lassen, schwenken Sie Ihn dabei in Ihren Handflächen. Da das Spülmittel alkalisch (also basisch) ist, wird das Öl im Handumdrehen entfernt.

Machen Sie das solange, bis kein Öl mehr auf dem Pinsel ist und waschen Sie danach Ihre Hände auch gründlich ab.

Als Alternative können Sie bei öligen Pinseln auch Terpentin nutzen. Ein wichtiger Hinweis noch:

Hinweis HolzschutzWenn Sie keinen Pinsel sondern ein Baumwolltuch zum Auftragen des Öls verwenden, beachten Sie, dass sich dieses selbst entzünden kann. Daher sollten Sie speziell Baumwolltücher, die mit Leinöl vollgesogen sind, nach dem Gebrauch auswaschen und reinigen. Lassen Sie das benutzte Tuch keinesfalls irgendwo herum liegen und schon gar nicht in direkter Sonneneinstrahlung. Auswaschen – ausbreiten – trocknen lassen!

Pinsel nach dem Lackieren reinigen

Beim Lackieren gilt dasselbe, wie beim Lasieren: Haben Sie einen Lack auf Lösungsmittelbasis verwendet, ist die Reinigung mit speziellen Reinigern erforderlich, weil die Lackreste nur durch diese gelöst werden.

Meist steht auf der Lackdose selbst drauf, mit welchem Mittel Sie die Reinigung am besten hinbekommen. Gängige Mittel sind unter anderem  Aceton, Nitroverdünnung, Spiritus Terpentin, Terpentinersatz und Reinigungsbenzin.

Füllen Sie das Lösungsmittel dazu in eine Schale und drehen Sie den schmutzigen Pinsel solange in dem Mittel. bis der Lack entfernt wurde. Streifen Sie dazu den Pinsel immer wieder auch am Rand der Schale ab.

Anschließend waschen Sie den Pinsel unter zu Hilfenahme von Wasser gründlich aus.

Tipp HolzschutzLösungsmittel entfetten die Borsten des Pinsels komplett. Daher ist die Rückfettung (zumindest von Zeit zu Zeit) keine schlechte Idee. Dazu können Sie zum Beispiel Pinsel- oder Künstlerseife verwenden. Manchmal lassen sich auch Reste des Lacks mit so einer Seife lösen.

Bei Lacken auf Wasserbasis, die vor allem in Innenräumen zur Anwendung gelangen reicht es in aller Regel, wenn Sie den Pinsel gleich nach Nutzung unter lauwarmen Wasser abspülen und auch gleichzeitig mit den Fingern die Lackreste auswaschen.

Pinsel richtig reinigen nach Lackieren

Wie unschwer zu erkennen, handelt es sich hier um einen Lack auf Wasserbasis, den man nach dem Auftrag mit Wasser auswaschen kann.

Pinsel mit einem Hausmittel reinigen

Haben Sie keine Lösungsmittel zu Hause, kann es sich auszahlen, einen Pinsel mit Hausmitteln zu reinigen. Dazu gibt es zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

Fettlöser

Nachdem Fette so gut wie immer Bestandteil von Lacken, Lasuren und anderen Anstrichmitteln sind, sind auch im Haushalt übliche Fettlöser ein probates Hausmittel, um Pinsel richtig zu reinigen. Dazu zählen in aller Regel Spül- und Waschmittel sowie Kern- und Neutralseifen.

Rühren Sie in einer entsprechend großen Schale das gewählte Hausmittel mit Wasser an und drehen bzw. wenden Sie Ihren Pinsel darin und streifen ihn immer wieder am Schalenrand ab. Spülen Sie dazwischen immer wieder mit klarem Wasser aus.

Essiglösung

Sind Ihre Pinsel durch Trocknung bereits etwas unbrauchbar, probieren Sie es doch, diese in ein Essigbad einzulegen. Dazu legen Sie die Borsten vollständig in (verdünnten) Haushaltsessig ein und versuchen alle paar Stunden diese zu bewegen. Eventuell klappt es.

Auch noch intakte Pinsel können Sie versuchen auf diese Weise nach dem Anstreichen zu säubern. Am Ende immer mit klarem Wasser ausspülen.

Nagellackentferner

Wie Sie vielleicht am Geruch und der Anwendungsart eines Nagellackentferners bereits erkannt haben, ist es einen Versuch wert, auch diesen einzusetzen, wenn Sie kein anderes Lösungsmittel parat haben.

Schließlich wird dieses Mittel auch für Nagellack benutzt, also kann er auch Lackreste von einem Pinsel entfernen. Tunken Sie die Borsten in eine Schale mit etwas Nagellackentferner und helfen Sie mit Ihren Fingern mit, die Lackreste weg zu bekommen.

Nach der Anwendung, wie immer, mit sauberem Wasser gut nachspülen.

Hinweis HolzschutzBei allen Hausmitteln ist eines wichtig: Mischen Sie diese nicht wahllos durcheinander und mixen Sie diese auch nicht mit Lösungsmitteln. Es können ansonsten chemische Prozesse in Gang gesetzt werden, die womöglich böse ausgehen. Lieber ein kaputter Pinsel als ein Schaden an der eigenen Gesundheit!

Den Pinsel trocknen lassen und richtig aufbewahren

Nachdem Ausspülen mit klarem Wasser (das sollte eigentlich immer der letzte Schritt sein), muss Ihr Pinsel noch gut trocknen. Dazu sollten Sie stets ein Plätzchen an der Luft wählen und keinesfalls folgende Hilfsmittel benutzen:

  • Fön
  • Heizkörper oder Ofen
  • Direkte Sonneneinstrahlung

Die zu schnelle Trocknung ist nämlich weder für die Borsten noch für den Holzschaft eines Pinsels ideal.

Vor der Trocknung empfiehlt es sich, den Pinsel etwas zu walken bzw. zu kneten, damit das Wasser aus den Borsten entweichen kann. Wenn Sie das auf einem saugfähigen Tuch machen, ist es am allerbesten.

Als Aufbewahrungsort ist beispielsweise die Werkstattwand ideal, da der Pinsel hier noch etwas nachtrocknen kann.

Bewahren Sie einen Pinsel nicht achtlos in irgendeiner Lade oder Werkzeugkiste auf: Erstens kann er dadurch massiv verformt werden und zweitens ist das Nachtrocknen hier viel schwieriger möglich.


Ähnliche Beiträge