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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Muss man Innen liegendes Holz mit einer Grundierung behandeln?

Was ist im Leben schon ein MUSS? Eine Verpflichtung dazu gibt es meines Wissens nicht, allerdings empfehle ich, Holz auch Innen mit einer Grundierung zu bestreichen, bevor Sie es Lasieren, Lackieren oder sonst wie überziehen. Die Holzgrundierung hat nämlich nicht nur den Sinn, einen Feuchteschutz zu bieten, sondern erfüllte auch noch andere Anforderungen, auf die ich in diesem Beitrag eingehen möchte:

Generelles: Was ist eine Grundierung überhaupt?

Eine Grundierung ist an und für sich der erste Anstrich, der auf eine Holzoberfläche aufgetragen wird. Er ist damit gleichsam die Basis für spätere Anstriche, wie Wetterschutzfarben, Lacken oder Lasuren.

Die Grundierung* hat dabei nicht die Aufgabe einer Deckung des Materials zu erfüllen, sondern soll verschieden Aufgaben übernehmen, die unter anderem den späteren Anstrichen „zu Gute kommen“.

Speziell im ersten Moment betrachtet spiel eine Grundierung im Innenbereich keine große Rolle, weil viel Leute glauben, es geht immer nur um den Feuchteschutz – dabei ist dieser nur eines von vielen Mosaiksteinchen auf dem Weg zum Gelingen des Holzschutzes.

Das kann eine Grundierung leisten

In den folgenden Absätzen gehe ich auf einzelne Punkte ein, die aus meiner Sicht recht gut verdeutlichen, warum Innen eine Grundierung auf Holz eine wichtige Maßnahme ist:

Schutz vor Feuchtigkeit

Wie bereits angedeutet, ist das mit dem Feuchte- und Nässeschutz in Innenräumen in der Regel kein Problem. Es kann aber durchaus sein, dass sich in kühleren Räumen Kondenswasser bildet und dieses dann die Holzoberfläche angreifen kann.

Wenn Sie daher in unbeheizten Garagen, Kellern oder Nebengebäuden Holzflächen haben, macht die Grundierung auch aus dem Nässeschutz heraus Sinn. Auch bei Flächen, die oft nass gewischt werden, ist es nicht verkehrt, eine Grundierung aus diesem Grund aufzutragen.

Holz streichen bei Regen

Die Grundierung bietet in aller Regel einen guten Feuchte- und Bläueschutz, da Sie in das Holz einzieht.

Dennoch bin ich der Meinung, dass – wenn es nur um den Feuchteschutz ginge – eine Grundierung hier nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die meiner Ansicht nach wahren Gründen für eine Grundierung auf Holz im Inneren folgen jetzt:

Haftgrund für spätere Anstriche

Ein wichtiger Punkt ist die nachfolgende Beschichtung im Auge zu haben: Wenn Sie eine Deckschichtbildner auftragen möchten (das sind in der Regel Lack oder Dickschichtlasuren sowie diverse Farbanstriche), sind Sie von einer Oberfläche abhängig, an der die Schichte gut haften kann.

Zwar macht sich dieser Mangel oft nicht gleich bemerkbar aber speziell bei Lacken kann der fehlende Haftgrund dazu führen, dass die Schichten eher früher als später abblättern und Sie so den Holzschutz eben früher erneuern müssen.

Hier ist die Grundierung* aber nicht alleine die Basis. Es ist auch immer wichtig, dass die Oberfläche vor den Anstrichen geschliffen wird. In der Regel läuft das so ab:

  • Abschleifen der Holzoberfläche vor dem Grundieren (Körnung 100 oder 120)
  • Auftragen der Grundierung
  • Trocknen lassen der Grundierung laut Angaben (hier dazu mehr: Wie lange muss eine Grundierung bei Holz trocknen?)
  • Nachschleifen der Grundierung (Körnung 180, 200 oder 220)

Mit diesem Aufbau bieten Sie nachfolgenden Beschichtungen einen optimalen Haftgrund.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, dass es spezielle Grundierungen gibt, die einen exzellenten Haftgrund bieten, sogenannte Haftgrundierungen.

Sie möchten Lacke auf Holz auftragen? Dann sollten Sie die Oberfläche in jedem Fall vorher schleifen und grundieren, um einen guten Haftgrund herzustellen.

Verbesserung und Ausgleich der Saugfähigkeit

Das ist einer der wichtigsten Punkte. Bei Holzoberflächen handelt es sich im Gegensatz zu beispielsweise Stein- oder Betonuntergründe um ein saugendes Material.

Das sehen Sie sehr gut daran, dass Wasser auf einer unbehandelten Holzoberfläche eindringen, während es an anderen Materialen stehen bleibt.

Diese Saugfähigkeit ist einerseits schlecht, weil das Holz dadurch von Innen heraus zerstört wird, fault oder sich Bläue bemerkbar macht und andererseits aber, weil nachfolgende Beschichtungen ohne Grundierung* Mängel aufweisen können.

Die Grundierung säuft sich in das Holz ein und vermindert erstens dessen Saugfähigkeit und gleicht diese zudem aus. Das heißt, nachfolgende Beschichtungen haben nicht mehr das Problem, dass diese an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich stark in das Holz eindringen und somit Farbunterschiede an der Oberfläche hervorrufen.

Holzgrundierung

Das Auftragen einer Grundierung auf Holz Im Inneren soll auch die Saugfähigkeit des Werkstoffs vermindern bzw. ausgleichen.

Schutz vor Verfärbungen

Eine weiter Möglichkeit von Verfärbungen stellen holzeigene Inhaltsstoffe dar. Diese können mit der Zeit aus den unteren Holzschichten nach oben treten und schlagen sich dann in der Beschichtung nieder.

Wenn Sie eine Grundierung* vorsehen, wird dieses Problem unterbunden. Das heißt, auch für diesen Fall sorgt eine ordentlich aufgebrachte Grundierung vor. Dazu ist es aber auch erforderlich, dass die Grundierung ordentlich abtrocknen kann und dann als Sperrschichte wirkt.

Viele spezielle Grundierungen mit genau den Eigenschaften, eine Sperrschichte zu bilden, werden auch als Sperrgrund bezeichnet.

Holz Isolier Grundierung Innen

Eine klassische Isoliergrundierung für Innen (und Außen), die das Durchschlagen holzeigener Inhaltsstoffe verhindern soll.

So tragen Sie eine Grundierung üblicher Weise auf

Sie sehen also, das Auftragen der Grundierung hat seine Berechtigung – auch auf Holz und auch Innen. Wie Sie es allerdings anstellen, das habe ich hier kurz zusammengefasst:

  • 1.Schritt: Schleifen Sie das unbehandelte Holz mit einer mittelgoben Körnung ab und entfernen Sie so auch allfällige Altanstriche.
  • 2. Schritt: Befreien Sie die Oberfläche von Schleifstaub
  • 3. Schritt: Tragen Sie eine Grundierung* auf. Für Innenräume wählen Sie eine, die auch für Innen geeignet ist. Üblicher Weise steht das auf der Grundierung drauf (für Innen geeignet, für innen und außen, etc.)
  • 4. Schritt: Lassen Sie die Grundierung trocknen und zwar so lange, wie in der Produktbeschreibung angegeben ist. Streichen Sie nie eine Beschichtung auf die noch nasse Grundierung!
  • 5. Schritt: Schleifen Sie die trockene Grundierung mit feiner Körnung leicht an
  • 6. Schritt: Tragen Sie die nachfolgenden Schichten auf (dazu gibt es auf dieser Webseite die eine oder andere Anleitung).

Zum Abschluss dieses Artikels empfehle ich Ihnen: Verzichten Sie nicht auf eine Grundierung* und achten Sie darauf, die korrekte Grundierung (für Holz für innen) zu verwenden. Somit schaffen Sie sich ein gutes Fundament für die nachfolgenden Holzschutzanstriche, wie Lack oder Lasur.

Hier eine meiner Ansicht nach geeignete Grundierung für den Innenbereich:

Tiefgrund LF Haftgrund Universalgrundierung 1173 für...*
  • BTEC Tiefgrund lösemittelfrei, wasserverdünnbare Grundierung für den Innen- und Außenbereich in Profiqualität. Dieser Tiefgrund ist auf saugenden, mineralischen Untergründen aufzutragen

Letzte Aktualisierung: 29.07.2021, Bilder von amazon.de


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