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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Holz mit Bitumen streichen: Wann ist das zu empfehlen?

Naheliegend ist es – nämlich zum Schutz gegen bewitterte Holzoberflächen – einfach mit Bitumen einzustreichen. Schließlich ist dieses Mittel auch wirksamer Feuchtigkeitsschutz bei anderen Baustoffen, wie zum Beispiel Beton oder Ziegelmauerwerk. Die Frage ist aber ob und wann es denn eigentlich Sinn macht, es auch bei Holz anzuwenden. In diesem Artikel versuche ich genau dieser Frage nachzugehen und zu erklären, auf was Sie achten sollten, wenn Sie Holz mit Bitumen streichen möchten.

Was ist Bitumen eigentlich?

Bitumen oder bituminöse Abdichtungsstoffe, wie es so schön heißt, hat vermutlich jeder schon einmal irgendwo gesehen. Sei es bei einer Baustelle oder bei einer Dokumentation im Fernsehen. Es ist eigentlich aus der heutigen Bauwirtschaft kaum mehr wegzudenken. Hier allerdings ins Detail zu gehen, würde zu weit führen, daher hier nur eine kurze Beschreibung dieses Materials:

Es handelt sich bei Bitumen um ein aus Erdöl gewonnenes Material. Enthalten sind unter anderem Kohlenwasserstoffe sowie Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff. Wird es erhitzt, wird Bitumen erst zähflüssig und dann dünnflüssig. Bei hoher Kälte wird es spröde. Es eignet sich hervorragend, um Baustoffe abzudichten, weil es sich in Wasser nicht auflöst.

Bitumen wird aber nicht nur aus Erdöl gewonnen, sondern kommt teilweise auch in natürlicher Form vor, beispielsweise auf Trinidad.

Holz mit Bitumen behandeln

Bitumen ist ein aus Erdöl hergestelltes Produkt, das in flüssiger aber auch fester Ausführung erhältlich ist. Auf Holz wird es üblicher Weise gestrichen.

Kann man Bitumen überhaupt auf Holz streichen und warum sollten Sie das tun?

Erst einmal ist es wichtig, die Frage zu klären, ob es überhaupt technisch möglich ist, Holz mit Bitumen zu streichen. Und Ja – es funktioniert prinzipiell.

Bituminöse Anstriche verfügen über eine sehr hohe Haftkraft, vor allem dann, wenn auch der Untergrund – also die Holzoberfläche – gut vorbereitet wurde. Es dichtet das Holz sehr gut ab und schützt es so fast schon optimal vor Feuchtigkeit.

Es wird mit dem Anstrich das Holz überdeckt, ähnlich, wie das mit einem Lack der Fall ist – aber eben dauerhaft und fast schon unwiderruflich. Nützlich kann dieser Anstrich beispielsweise bei folgenden Hölzern sein:

  • Erdberührte Hölzer (zum Beispiel Steher) im Außenbreich.
  • Tragende Hölzer, die im Fußbereich durch Spritzwasser geschützt werden sollen (beispielsweise bei einem Carport).
  • Innenabdichtungen (wie zum Beispiel bei einem Holztrog), um eben zu verhindern, dass Wasser austreten kann.
Holz mit Bitumen streichen

Nicht jedes Holz sollte mit Bitumen bestrichen werden, nur weil es im Außenbereich liegt. In den wenigsten Fällen ist das aus meiner Sicht erforderlich.

Holz mit Bitumen anstreichen – diese Probleme können auftreten

Nun, die gute Sache bei Bitumen-Anstrichen ist die hohe Dauerhaftigkeit des Holzschutzes und die damit verbundene geringe Arbeitsbelastung durch ständiges neu streichen bzw. lasieren oder lackieren. Es gibt aber einige Punkte, die gegen einen Bitumenanstrich auf Holz sprechen bzw. bei denen es zu Problemen kommen kann:

  • Optik: Natürlich ist eine schwarze Oberfläche nicht jedermanns Sache – auch wenn es noch so schützt. Ich kann mir daher persönlich nicht vorstellen, dass ich Hölzer im Freien, die auch etwas gleich schauen sollen, mit einem bituminösen Anstrich versehen würde.
  • Abdichtung: Das komplette Verschließen der Holzoberfläche hat natürlich einen guten Schutzeffekt. Negativ ist aber die komplette Versiegelung des an und für sich organischen Materials Holz zu sehen. Die Atmungsaktivität geht komplett verloren, weil die Poren verschlossen werden.
  • Fäulnis über die Hintertüre: Wenn Sie die Oberfläche abdichten und das nicht gut genug machen, kann hinter den Bitumenanstrich Wasser kommen, das dann unentdeckt bleibt. In so einem Fall morscht und fault das Holz von Innen heraus und ehe man es sich versieht ist trotz scheinbar optimaler Abdichtung die Struktur zerstört.
  • Sonneneinstrahlung: Der deckende Anstrich hat einerseits den Vorteil, dass er das Holz schützt (auch vor der UV-Strahlung) andererseits führt ein in der prallen Sonne liegender Bitumenanstrich zu weiteren Problemen: Es wird extrem heiß und birgt die Gefahr, dass es sich verflüssigt. Dies kann man nur verhindern, in dem man über das Bitumen einen speziellen, UV-beständigen Schutzanstrich streicht.
  • Umweltschutz/Gesundheit: Puncto Nachhaltigkeit, Belastung bei der Verarbeitung und Entsorgung steht Bitumen bzw. ein bituminöser Anstrich meiner Ansicht nach im Ranking nicht ganz oben. Hier gibt es wesentlich bessere Holzschutzmittel (die oft leider aber auch nicht so effizient sind).
  • Kaputte Auftragewerkzeuge: Den Pinsel, den Sie verwenden, um Bitumen auf Holz zu streichen, können Sie danach an und für sich vergessen. Meiner Erfahrung nach bekommen Sie die klebrige und zähe Substanz nicht mehr wirklich aus den Borsten heraus.

Aus meiner Sicht macht es daher in vielen Fällen nur dann Sinn, Bitumen zielgerichtet und punktuell einzusetzen. Eine beliebte Anwendung sind daher erdberührte Hölzer bzw. bodennahe Hölzer, die in Spritzwasserhöhe liegen.

Einen Steher aus Holz mit Bitumen bzw. Fäulnisschutz abdichten

Die Unterseite eines Stehers im Erdreich ist ein besonders schützenswürdiger Teil. Wenn Sie diesen mit einem Fäulnisschutz* einstreichen wollen, empfehle ich, den kompletten unteren Teil einzustreichen, auch einige Zentimeter über das Erdreich hinaus.

Nicht selten steht nach heftigen Regengüssen auch das Wasser an der Oberfläche, sodass auch hier ein Schutzbedürfnis besteht. Wollen Sie ganz sicher gehen, sollte dieser Abstand 30 cm betragen (das ist in etwa die Höhe, die bei spritzendem Wasser erreicht wird). Zur Verdeutlichung habe ich folgende Skizze angefertigt:

Pfahl im Erdreich

Einen Pfahl im Erdreich können Sie mit bituminösen Anstrichen oder einem Fäulnisschutz versehen.

Den oberen Teil des Stehers können Sie mit einem anderen Holzschutzmittel versehen, also lackieren oder lasieren. Diesen Teil würde ich nicht mit Bitumen einstreichen – einerseits der Optik wegen und andererseits, weil es hier keinen Feuchteschutz braucht, den Sie nicht auch mit nachhaltigeren Holzschutzmitteln erzielen könnten.

Wenn Sie noch ein Anstrichmittel für erdberührte Hölzer brauchen, sehen Sie sich doch eines dieser hier im Detail an:

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Alternative Holzschutzmittel

Haben Sie mit Bitumen nichts am Hut – und verdenken kann ich Ihnen das nicht – gibt es aber eine Reihe von Holzschutzmitteln, die Sie ebenso verwenden können und die ich auf dieser Webseite bereits ausführlich vorgestellt habe. Hier daher nur kurz die Option mit einer Verlinkung zum Spezialartikel:

  • Lasur: Die Maserung und Struktur des Holzes bleiben sichtbar. Maßhaltige Bauteile (Fenster, Türen, etc.) brauchen eine Dickschichtlasur. Ansonsten steht noch die Dünnschichtlasur zur Verfügung. Der Anstrich erfolgt transparent bis durchscheinend. Hier mehr dazu: Holz lasieren.
  • Lack: Er ist in vielen Farben und Schutzklassen verfügbar und bildet eine dünne Schutzschicht auf dem Holz. Die Optik wird daher durch das Auftragen verändert. Angewendet wird er häufig bei Fenstern, Möbeln oder Türen. Der Anstrich erfolgt entweder deckend (z.B. Buntlack) oder transparent (z.B. Klarlack). Hier mehr dazu: Holz lackieren.
  • Öl: Es schützt in erster Linie vor dem Austrocknen und Ausbleichen sowie vor Rissbildung. Zudem sorgt Öl für eine Auffrischung der Farben (anfeuern) und das Holz bleibt atmungsaktiv. Hier mehr dazu: Holz ölen.

Ich selbst greife im Freien bei untergeordneten Bauteilen gerne zur Dünnschichtlasur – ansonsten zu einem einfachen Lack ohne wirkliche Anforderungen. Eines ist aber klar: Beide können puncto Schutz erdberührter Hölzer aus meiner Sicht mit einem Fäulnisschutz* nicht wirklich mithalten. Hier müssten Sie aus meiner Sicht schon zu einer Kombination aus kesseldruckimprägniertem Holz und Schutzlacken mit einer hohen Gebrauchsklasse (eben für erdberührte Hölzer) greifen, damit Sie auch diesen Anwendungsfall abdecken.

Hier erfahren Sie übrigens, was Sie tun können, wenn das Holz nach dem Streichen gelb wird.

Holz lasieren ohne Schleifen

Lacke, Lasuren und Wetterschutzfarben sind alternative Holzschutzmittel. An manchen Stellen (wie beispielsweise im Boden) können Sie aber mit einem bituminösen Fäulnisschutz kaum mithalten.

Holz mit Bitumen entsorgen

Ein weiterer sehr heikler Punkt und auch ein Mitgrund, warum ich hohe Mengen an Bitumen auf Holz nicht für sinnvoll halte, ist neben der Nachhaltigkeit auch die Entsorgung. Sie dürfen Bitumen nicht einfach so in den Hausmüll entsorgen, weil es sich dabei um Sondermüll handelt. Meines Wissens ist das so gut wie überall so (zumindest im mitteleuropäischen Raum).

Haben Sie also zu Hause Hölzer, die mit Bitumen bestrichen sind, und möchten Sie diese entsorgen, werden Sie diese bei Ihrer örtlichen Müllübernahmestelle (in so gut, wie allen Kommunen gibt es erfahrungsgemäß so etwas) abgeben müssen. Manchmal heiß diese Einrichtung Bauhof, manchmal Wertstoffzentrum, manchmal Altstoffsammelzentrum – eines haben Sie aber in der Regel gemeinsam: Sondermüll kann dort (oft auch kostenpflichtig) entsorgt werden.

Holz mit Bitumen streichen – Fazit und Zusammenfassung

Holz kann an und für sich mit Bitumen* gestrichen werden. Es macht natürlich nicht immer Sinn. Dort, wo es sich um erdberührte Hölzer handelt, die ständig der Witterung ausgesetzt sind, würde ich aber ganz klar sagen, dass der Bitumenanstrich eine Überlegung wert ist.

Es gibt aber bei dieser Behandlungsart immer wieder Probleme, wie die Nachhaltigkeit, die komplette Oberflächenversiegelung und die Optik. Daher mein persönliches Fazit kurz und knapp: Holz mit Bitumen streichen: Ja, ABER nur zielgerichtet und punktuell dort einsetzen, wo es erstens Sinn macht und zweitens kaum anders möglich ist.

Sind Sie noch auf der Suche nach einem Fäulnisschutz? Wie wäre es mit diesem hier:

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