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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Holz streichen vor oder nach dem Zusammenbau?

Speziell beim Holzschutz für Möbel stellt sich immer wieder die Frage, ob man das Holz vor oder nach dem Zusammenbau streichen soll. Schließlich mutet es auf den ersten Blick bequemer an, erst alles zu streichen und erst danach alles zusammenzubauen. Ob dem tatsächlich so ist und wo die Vor- und Nachteile beider Varianten liegen, habe ich in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Fall 1: Vor dem Streichen zusammenbauen

Der Fall, dass Sie etwas zusammenbauen, dass sie danach streichen kommt vor, ist aber meiner Ansicht nach selten. Meistens sind neue Holzmöbel und dergleichen bereits mit einem entsprechenden Schutz versehen. Wenn Sie aber selber etwas bauen oder etwas Gebrauchtes in Einzelteilen kaufen (wie zum Beispiel einen Kletterturm aus Holz), kann es aber vorkommen. Die Vorteile vorher zu streichen sind meiner Ansicht nach:

  • Sie kommen beim Schleifen und Streichen in alle Ecken und Kanten.
  • Es ist oft handlicher, kleine Teile zu streichen.
  • Teile, wie Nut- und Federbretter können Sie umfassend und komplett streichen.

Ein Aspekt, der allerdings dabei wichtig ist: Wenn Sie zum Zusammenbau (teilweise) Leim nutzen, sollten Sie die zu leimenden Flächen nicht bzw. nicht vollständig streichen. Ansonsten haftet dieser nicht bzw. nur sehr mangelhaft. Verkleben Sie die Flächen also erst und streichen danach.

Fall 2: Nach dem Streichen zusammen bauen

Das wird vermutlich öfter vorkommen – auch weil damit alle Hölzer gemeint sind, die bereits zusammengebaut erworben werden. Es stellt sich bei diesen daher immer auch die Frage, ob das Auseinandernehmen, streichen und wieder zusammen setzen Sinn macht. Aus meiner Sicht sind die Vorteile beim Streichen nach dem Zusammenbau folgende:

  • Es ist vermutlich weniger zeitaufwendig.
  • Es besteht kaum die Gefahr etwas zu vergessen.
  • Größere Flächen können besser gestrichen und auch mit maschineller Unterstützung gestrichen werden.

Holz streichen vor oder nach dem Zusammenbau?

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Sowohl als auch ist hier die richtig Antwort. Wenn ich etwas Streiche – egal ob mit Lasur oder Lack – mache ich die Grundierung und den Erstanstrich meistens in auseinandergebautem Zustand.

Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob das Holz bereits zusammengebaut war oder nicht. Ausnahmen gibt es natürlich: Ein größeres Gartenhaus würde ich zum Beispiel nicht mehr zerlegen. Dieses sollte aber dann beim Aufstellen schon so gestrichen und geschützt werden, dass es nachher ausreicht, nur die Oberfläche nach zu streichen.

Ich gehe üblicher Weise so vor

  • Im ersten Schritt werden die noch nicht zusammengebauten Holzteile angeschliffen, und zwar mit einem Schleifpapier der Körnung von etwa 100 bis 120. Anschießend wird der Schleifstaub ordentlich gereinigt.
  • Danach wird alles mit einer Grundierung bestrichen. Je nach dem nachfolgenden Anstrich wird entweder ein Imprägniergrund oder ein Haftgrund aufgestrichen. Alternativ auch eine Grundierung gegen Bläuepilz. Dabei achte ich darauf, dass Teile, die später geleimt werden sollen, nicht bzw. nur zum Teil bestrichen werden.
  • Nachdem alles trocken ist, wird alles geschliffen – diesmal mit einem feinen Schleifpapier (220er oder 240er).
  • Im Anschluss daran trage ich eine Schicht der Lasur oder des Lacks auf – je nachdem, was geplant ist. Hier habe ich übrigens erklärt, ob Sie dazu Synthetikborsten oder Naturborsten dazu verwenden sollten.
  • Ist diese Schicht getrocknet, wird noch einmal fein geschliffen.
  • Jetzt wird alles zusammengebaut.
  • Ist das Werk vollendet, wird noch einmal mit der Lasur oder dem Lack alles im zusammengebauten Zustand gestrichen. Eventuell noch ein zweites Mal (also insgesamt drei Mal). Das aber nur dann, wenn das Holz in Zukunft arg der Witterung ausgesetzt sein wird.

Ich glaube, dass diese Vorgangsweise ein paar Vorteile bietet. Zum Beispiel streichen Sie das Holz sowohl vor und nach dem Zusammenbau. Sie vermeiden so Ecken und Kanten zu vergessen oder schlecht zu streichen.

Es dauert natürlich eine gewisse Zeit, bis Sie mit allem fertig sind – aber es zahlt sich meiner Meinung nach aus: Ihr Holz bleibt rundum geschützt!


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