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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Pinselborsten: Holz streichen mit Natur- oder Synthetikborsten?

Pinsel ist nicht gleich Pinsel! Oft sind die Unterschiede einzelner Modelle ziemlich groß – sowohl, was die Verarbeitung, Qualität und auch den Aufbau betrifft. Ein markantes Unterscheidungsmerkmal sind die Pinselborsten. Etabliert haben ich Naturborsten oder solche, die synthetisch gefertigt werden. Hier stellt sich natürlich schnell die Frage, welches Material für welchen Holzschutz verwendet werden sollte. Eine Antwort gibt der nachfolgende Beitrag.

Unterschiede zwischen Naturborsten und Synthetikborsten

Der Hauptunterschied liegt natürlich darin, dass es sich bei der einen Borste um ein Naturprodukt handelt, während die andere künstlich hergestellt wurde.

Naturborsten

Die Naturborste stammt meist vom Schwein und wird in erster Linie aus China importiert, da hierzulande zu wenig Naturschweinarten beheimatet sind. Die einzelnen Borsten werden hier eher den älteren Schweinen vom Rückenfell entnommen.

Naturborsten bieten den Vorteil einer natürlichen Oberflächenschuppung. Jede Faser läuft spitz zu und kann dadurch erstens Farbe gut halten und gibt diese auch gleichmäßig wieder auf die zu streichende Oberfläche ab.

Bei der natürlichen Borste kann (und wird) es aber vorkommen, dass diese ausfasert – sich also an der Spitze teilt. Das führt dazu, dass die Pinsel mit der Zeit an Länge verlieren kann. Zudem neigen Naturborsten zum Aufquellen, weshalb sie nur bei bestimmten Anstrichen überhaupt verwendet werden sollten.

Ihr großer Vorteil liegt aber am Auftragen: Sie ermöglichen ein sehr gleichmäßiges Auftragen und bürgen im Normalfall für eine glatte Oberfläche ohne Pinselstriche. Außerdem können sie die Farbe in der Regel besser halten und auch besser auf die Holzoberfläche abgeben. Eine sehr gute Verwendungsmöglichkeit ist in der Regel bei Alkyd- und Ölfarben gegeben.

Synthetikborsten

Die meist preiswertere synthetische Borste ist heutzutage auf dem Vormarsch. Bei echten Profis zwar oft noch immer belächelt, hat sie einige Vorteile zu bieten.

Gefertigt werden diese Borsten aus Perlon, Nylon oder Polyester. Die einzelnen Fasern sind widerstandsfähig, quellen nicht auf und sind sehr weich. Sie können daher für nahezu jeden Anstrich verwendet werden. Da sie nicht aufquellen, sind die bei Lacken und Lasuren auf Wasserbasis sogar zu bevorzugen.

Wenn Sie dickere Borsten nutzen, können auch diese die Farbe, den Lack, das Öl oder die Lasur sehr gut halten. Es kommt daher nicht so schnell zum Abtropfen und Sie können in der Regel schneller Arbeiten. Feinere Borsten haben wiederum den Vorteil, dass sie Schlieren und Pinselstriche eher vermeiden (wie bei den Naturborsten).

Synthetische Pinselborsten

Hier im Bild: Synthetische Pinselborsten, die heutzutage immer besser verarbeitet sind und einige Vorteile aufzuweisen haben.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

Hinweis HolzschutzNicht jeder Pinsel ist also für jede Anstrichart geeignet. Oft ist auf der Dose des Anstrichs vermerkt, welcher Pinsel für die jeweilige Art des Holzschutzes (Öl, Lack, Lasur) geeignet ist. Auch, wenn Sie sich einen Pinsel kaufen steht auf der Packung meist, für welchen Zweck sich der jeweilige Pinsel eignet. Achten Sie auf jeden Fall auf solche Hinweise – sie bewahren Ihre Pinsel vor dem Kaputtgehen.

Hier habe ich jedenfalls die Vor- und Nachteile beider Borstenmaterialien noch einmal übersichtlich zusammengefasst:

Natur

  • Natürlicher Ursprung
  • Fasert meist aus
  • Sehr gut beim Streichen
  • Oft teurer
  • Nicht für jeden Anstrich geeignet
  • Neigt zum Aufquellen

Synthetik

  • Oft preiswerter als Naturborsten
  • Nahezu immer einzusetzen
  • Kein Aufquellen möglich
  • Kein natürlicher Ursprung
  • Sichtbare Schlieren und Pinselstriche möglich
  • Widerstandsfähig und robust

Hier erfahren Sie übrigens, ob Sie Holz mit der Rolle oder dem Pinsel streichen sollten.

Qualitative Aspekte der Pinselborsten

Es muss nicht immer sein, aber bei Pinseln ist es meiner Erfahrung nach schon der Fall: Wer billig kauft, kauft teuer!

Nicht selten ist ein Pinsel nach der Benutzung verklebt, kaputt oder es quellen die Borsten auf. Einerseits kann das daran liegen, dass das falsche Borstenmaterial verwendet wurde (Nutzerproblem) und andererseits, dass die Qualität der Verarbeitung nicht stimmt.

Wenn sich einzelne Borsten bereits während dem Streichen lösen und im Lack oder der Lasur kleben, sollten schon die ersten Alarmglocken schrillen. Wenn die Borsten nicht gut am Schaft verklebt sind oder das Lösungsmittel auch die den Borstenkleber löst, ist die Verarbeitung in der Regel nicht optimal.

Achten Sie daher neben der Pinselart auch auf den Preis. Es ist wohl kaum wahrscheinlich, dass das Dreier-Pinselset aus dem Discounter um 1,99 Euro ein hochwertiges Produkt darstellt.

Schauen Sie dich lieber um drei gute Pinsel um, mit denen Sie flexibel sind und auf die sie aber auch aufpassen. Da macht es dann nicht viel, wenn ein Pinsel etwas mehr kostet.

Holzschutz durch Holz lasieren

Meiner Ansicht nach ist es am wichtigsten, dass der verwendete Pinsel qualitativ hochwertig verarbeitet und für das jeweilige Anstrichmittel auch gut geeignet ist.

Was man mit welchen Pinselborsten streichen sollte

Zum Schluss habe ich versucht, übersichtlich darzustellen, welches Holzschutzmittel mit welchem Pinsel ideal zu streichen ist, wobei generell gilt:

Breite Pinsel für große Flächen, schmale Pinsel für Ecken und Kanten

Farben, Lacke und Lasuren auf Lösungsmittelbasis können an und für sich mit beiden Pinselborsten-Typen aufgestrichen werden. Dadurch, dass hier das Wasser fehlt, können die Naturborsten auch nicht aufquellen. Ein sehr sauberes Ergebnis erhalten Sie mit Naturborsten, da diese den Lack auch besser auf das Holz bringen und keine Schlieren zu erwarten sind.

Alle Mittel auf Wasserbasis sollten tunlichst mit einem synthetischen Borstenpinsel aufgestrichen werden. Sie bringen Naturborsten zum Quellen und ruinieren so den Pinsel. Es ist bei Anstrichen auf Wasserbasis dafür die Gefahr nicht gegeben, dass sich die Borsten aufgrund des Lösungsmittels ablösen.

Wie auch immer Sie sich entscheiden: Lesen Sie auf alle Fälle auf der Dose des jeweiligen Holzschutzmittels nach, welche Art des Pinsels erforderlich ist. Ich habe persönlich keine Präferenz (es sei denn, es ist definitiv vom Hersteller vorgegeben), achte aber immer darauf, dass der verwendete Pinsel qualitativ hochwertig ist und nach jedem Einsatz immer sofort gereinigt wird (mehr dazu hier: Pinsel richtig reinigen). So habe ich länger etwas von ihm.


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