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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Lackdose öffnen: So geht´s – auch wenn es mal klemmt

Manchmal kann es vorkommen, dass Sie eine Lackdose nach dem Kauf nicht öffnen können oder eine gebrauchte Dose einfach nicht mehr aufgeht. Das kann viele Ursachen haben – man muss auch den Tiegel nicht gleich komplett zerstören. In diesem Beitrag erkläre ich daher, wie Sie ein Lackdose öffnen können und welche Methoden es dabei üblicher Weise gibt.

Hauptgrund für festsitzende Lackdosendeckel?

In den meisten Fällen ist der Grund ein simpler und physikalischer: Nämlich Unterdruck. Die Basis dafür wird meist schon beim Abfüllen des Lacks geschaffen. Ist der Lack nämlich bei dem Gang in dies Dose wärmer und kühlt sich dann ab, kommt es zur Verdichtung des Lacks und es entsteht dadurch ein Unterdruck.

Die Folge ist, dass der Deckel so festsitzt, als würde er regelrecht verschweißt sein oder von Innen gehalten werden. Beides ist natürlich nicht der Fall. Die Regel ist das aber ohnehin nicht.

Etwas öfter kommt es vor, dass Lackdosen klemmen, die mehrmals in Gebrauch waren und immer wieder geöffnet und verschlossen wurden. Mit der Zeit kann es passieren, dass sich der Lack Zwischen Deckel und Dose anlegt und sich so verklebt, dass der Deckel sich nicht mehr (leicht) abheben lässt).

Das kommt meiner Erfahrung nach viel öfters vor – aber auch hier kann man relativ leicht Abhilfe schaffen.

So ist der Verschluss aufgebaut

Lackdosen und auch andere Farbtiegel oder Behältnisse für Lasuren sind in aller Regel gleich bzw. zumindest ähnlich aufgebaut:

Die zylindrische Metalldose ist am oberen Ende durch einen ebenfalls aus Metall bestehenden Deckel verschlossen. Dieser ist so in die Oberseite eingepasst, dass seitlich rundumlaufend ein Schlitz entsteht. Mit diesem kann die Dose geöffnet und auch sauber wieder verschlossen werden.

Verschluss Lackdose

Der Verschluss einer Lackdose ergibt einen Schlitz zwischen Deckel und Dose.

Welche Möglichkeiten stehen zum Öffnen einer Lackdose zur Verfügung?

Wie bei einer Bierflasche auch, kann man eine Lackdose mit Sicherheit auch auf zig-Varianten öffnen. Die meiner Meinung nach drei geläufigsten sind:

  • Schlitz-Schraubendreher
  • Metallspachtel
  • Spezieller Lackdosenöffner

Die Vorgangsweise ist dabei generell dieselbe: Durch das Ansetzen zwischen Lackdose und Deckel kann man den Deckel bei Druck nach unten ablösen, in dem man die Hebelwirkung nutzt.

Mit welchem Gegenstand Sie das machen, ist eigentlich nicht wichtig – Hauptsache es funktioniert. Wenn der Deckel jedoch extrem klemmt, kann man schnell an Grenzen stoßen und muss dann entweder die Angriffsfläche oder den Hebel vergrößern.

Festsitzenden Deckel mit dem Schraubenzieher öffnen

Sitzt der Deckel fest auf der Dose wird das Verwenden eines Schraubendrehers alleine nicht ausreichen. Das könnte allenfalls nur dazu führen, dass der Deckel an einer Stelle aufgebogen wird.

Besser ist es hier, entweder einen wirklich überbreiten Schraubendreher zu verwenden oder aber zwei halbwegs Breite Modelle nebeneinander anzusetzen und dazwischen ein paar Millimeter Abstand zu lassen. Schaffen Sie so eine Breite von mindestens 20 mm, reicht das meist aus, um selbst einen klemmenden Deckel anzuheben.

Durch die Verbreiterung bzw. Vergrößerung der Ansetzfläche wird auch die Hebelkraft erhöht – in so gut wie allen Fällen gibt der Dosendeckel nach.

Lackdose öffnen Schraubendreher

Den Schraubenzieher ansetzen und dann nach unten drücken. Sitzt die Dose zu fest, empfehle ich zumindest zwei Schraubendreher zu verwenden.

So gehen Sie mit einer Spachtel vor

Auch mit einer Spachtel können Sie zum Erfolg kommen. Aber Achtung – eine Metallspachtel ist in der Regel ganz vorne am biegsamsten und daher in diesem Bereich ungeeignet. Es würde sich beim Versuch, den Deckel so anzuheben nur die Spachtel nach unten verbiegen.

Sie müssen daher dort ansetzen, wo die Spachtel wenig Biegemöglichkeit hat – und das ist seitlich gleich nach dem Griff.

Setzen Sie also die Spachtel dort an und biegen Sie diese etwas nach unten. Im Anschluss daran machen Sie eine Drehbewegung und spätestens damit sollte dann der Deckel aufgehen. Auch hier machen Sie sich wieder die Hebelwirkung zunutze.

Deckel mit einem Farbdosenöffner aufbekommen

Extra kaufen macht meiner Ansicht nur dann Sinn, wenn Sie wirklich oft eine Farb- oder Lackdose öffnen müssen. Eventuell haben Sie aber auch einen zu Hause – und wissen es gar nicht.

Die Geräte kosten aber andererseits auch nicht viel und sind manchmal praktisch – weil manche Modelle auch einen Flaschenöffner integriert haben. Sehen Sie sich beispielsweise dieses Exemplar an: Farbdosenöffner*.

Sie sehen in Wirklichkeit meist auch so aus, wie ein Flaschenöffner und sind so konzipiert, dass die Hebelwirkung auch hier dabei hilft, die Lackdosendeckel aufzubekommen.

Tipp HolzschutzSie können auch mit einem normalen Flaschenöffner ihr Glück probieren. Diese sind stabil, vorne meist breit und nicht so hoch. Also ideal, um in den Öffnungsschlitz der Lackdose zu kommen und die Hebelwirkung optimal auszunutzen.

Was Sie bei gebrauchten Farbdosen tun können

Alle Tipps von oben können natürlich auch bei gebrauchten Farbdosen Anwendung finden. Hier gibt es aber zusätzlich auch die Möglichkeit vorzubeugen, damit nicht Farbreste am Dosenrand und Deckel dazu führen, dass dieser verklebt und daher schwer zu öffnen ist:

Reinigen Sie am besten nach jeder Benutzung Deckel und Dosenrand gut ab. Bei wasserbasierten Lacken brauchen Sie nur mit einem Tuch und etwas sauberen Wasser über die Flächen zu wischen. Bei lösemittelhaltigen Lacken brauchen Sie zum Beispiel nur etwas Terpentin oder Terpentinersatz statt dem Wasser, damit sich der Lack löst.

Halten Sie nämlich alles immer schön sauber, brauchen Sie erst gar nicht befürchten, dass der Deckel anklebt.

Verschmutzte Dose

Um Verschmutzungen bei einer Lackodose zu vermeiden, sollten Sie diese nach jeder Benutzung gut abwischen.

So verschließen Sie den Deckel

Beim Verschließen der Lackdose brauchen Sie kein schweres Gerät. Was ich damit sagen möchte: Es ist zwar manchmal etwas mühsam, den Deckel auf die Dose zu bringen aber verwenden Sie dazu dennoch keinen Hammer oder andere Schlagwerkzeuge.

In aller Regel funktioniert das auch ohne. Setzen Sie den Deckel einfach parallel (nicht schräg) auf und drücken Sie diesen erst an einer Stelle leicht hinein. Dann machen Sie das noch gegenüber und ab dann sollte der Deckel hineinschlüpfen, sodass er nur mehr gut festgedrückt werden muss.

Achten Sie natürlich auch hier, dass der Deckel frei von Farbe ist, denn das erschwert das Ganze schon einmal. Das zusätzliche Schlagen kann dazu führen, dass der Deckel deformiert wird und dann erst recht nicht mehr auf die Dose passt oder sich später nur noch schwerer öffnen lässt.

Lackdose verschließen

Setzen Sie den Deckel parallel auf (1) – drücken Sie erst auf einer Seite (2) und dann auf der andren Seite (3) nieder – abschließend drücken Sie rundherum fest (4)

Abschließend ein paar Tipps

Zum Schluss noch ein paar Tipps, damit das Öffnen der Dose klappt:

  • Beim Abheben des Deckels sollten Sie die Dose so halten, dass Sie den Deckel mit der anderen Hand nicht runterdrücken – das erschwert klarer Weise das Aufmachen.
  • Bohren Sie kein Loch in den Dosendeckel, nur um an den Lack zu kommen. Schneide Sie die Dose auch nicht auf. Es geht auch anders (siehe Tipps oben).
  • Auch das Anschlagen der Dose auf einen Tisch, an eine Wand und dergleichen ist nicht ratsam – diese wird sich dadurch deformieren und der Deckel sitzt erst recht noch fester als vorher.
  • Achten Sie beim Hantieren mit einem Schraubendreher oder einer Spachtel darauf, dass Sie nicht abrutschen und sich so an der Hand verletzen. Also immer konzentriert sein – auch beim Öffnen einer Lackdose.

Hier erfahren Sie übrigens alles über das Umweltzeichen Blauer Engel.

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Letzte Aktualisierung: 29.07.2021, Bilder von amazon.de


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