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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Lasur auf Lasur streichen: Das sollten Sie dabei beachten

Garde beim Holz lasieren ist es wichtig, dass diese von Zeit zu Zeit erneuert wird- vor allem dann, wenn es sich um eine klassische Dünnschichtlasur handelt, die kaum eine Deckschicht auf der Oberfläche des Holzes bildet. Was Sie allerdings zu beachten haben, wenn Sie eine Lasur auf eine Lasur streichen versuche ich in diesem Beitrag zu erklären. Außerdem habe ich unten eine Schritt-für-Schritt Anleitung erstellt.

Welche alten Lasuren möglich sind

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Arten von Lasuren, die auf einer Holzoberfläche hauptsächlich vorkommen:

  • Dünnschichtlasur: Diese ist für nicht maßhaltige Bauteile bestens geeignet. Das sind solche, die in Ihrem Schwinden und Quellen nicht begrenzt sind. Diese Lasur ist – wie ihr Name schon sagt – sehr „dünn“, also von wasserähnlicher Konsistenz. Damit sie diese Konsistenz erreicht, müssen ihr Lösungsmittel beigesetzt werden. Sie zieht tief in das Holz ein. In der Regel finden Sie diese Lasur daher bei untergeordneten Bauteilen, wie Zäunen, Hochbeeten und dergleichen.
  • Dickschichtlasur: Sind die zu behandelnden Bauteile maßhaltig – also dürfen Sie ihr Maß nicht verändern – ist eine Dickschichtlasur wahrscheinlicher. Sie schützt den Bauteil sehr gut vor Feuchtigkeit und unterbindet so das Schwinden und Quellen des Holzes (das ja die Volumenveränderungen mit sich bringt). Diese Lasur ist von sehr dickflüssiger Konsistenz, die einem Lack ähnelt. In der Regel finden Sie diese Lasur bei Fenstern, Türen oder vergleichbaren Bauteilen.

Verlassen Sie sich aber nicht darauf, dass immer die Lasur aufgetragen ist, die für den Bauteil wahrscheinlich ist. Es kann durchaus vorkommen, dass eine x-beliebige Lasur genommen wurde.

Markantester Unterschied ist jedenfalls, dass die Dickschichtlasur eine Deckschicht auf der Oberfläche bildet und daher einem Lack ähnelt. Die Dünnschichtlasur zieht in das Holz ein.

Lasur - Schliff - Ungeschliffen

Bei einer Dünnschichtlasur erfolgt der Anstrich nicht deckend, sondern zieht tief in das Holz ein.

Lasur auf Lasur streichen – das ist zu beachten

Das wichtigste ist, dass sie nicht auf die Idee kommen, irgendeine Lasur über eine andere Lasur zu streichen, ohne zu wissen, was sie über was pinseln. Folgendes ist nämlich essentiell:

Hinweis HolzschutzDie Dünnschichtlasur kann mit der Dickschichtlasur überstrichen werden – umgekehrt ist es nicht möglich, da aufgrund der Schichtbildung der Dickschichtlasur das Einziehen der Dünnschichtlasur in das Holz nicht mehr möglich ist.

Das heißt, sollte die alte Lasur eine Dickschichtlasur sein, müssen Sie diese jedenfalls entfernen, bevor Sie weitere Schritte unternehmen. Handelt es sich um eine Dünnschichtlasur, können Sie an und für sich gleich loslegen, obgleich die eine oder andere Vorbereitung sicher Sinn macht.

Hier erkläre ich im Übrigen, wie Sie kesseldruckimprägniertes Holz lasieren.

So überstreichen Sie eine alte Lasur

Um eine Lasur auf eine andere Lasur zu streichen, brauchen Sie dem Grunde nach folgende Utensilien:

  • Die neue Lasur
  • Holzschutzgrundierung (wenn Sie keine Lasur haben, die diese bereits enthält)
  • Mittelgrobes Schleifpapier (Körnung 100 bis 120)
  • Feines Schleifpapier (Körnung 220 bis 240)
  • Einen Pinsel zum Auftrag der Lasur
  • Gegebenenfalls Malerkrepp, um etwas abzukleben
  • Staubsauger, um Schleifstaub zu entfernen
Lasur 2in1 mit Gurndierung

So oder so ähnlich sieht eine Lasur mit integrierter Grundierung aus – dann brauchen Sie keine extra aufzutragen.

Fall 1: Dünnschichtlasur über Dünnschichtlasur streichen

Diesen Fall werden Sie vermutlich relativ oft antreffen. Das Überstreichen einer Dünnschichtlasur kommt häufig vor, weil diese von Zeit zu Zeit zu erneuern ist, wenn der Holzschutz aufrecht erhalten werden soll. Es kommt hier bei der Altlasur zu keiner Schichtbildung, weil diese nicht deckend ist. Das Abschleifen ist aber dennoch nicht verkehrt.

  • 1. Schritt: Gegebenenfalls abschleifen mit einem mittelgroben Schleifpapier, um Unebenheiten und Verschmutzungen zu beseitigen.
  • 2. Schritt: Auftragen der Holzschutzgrundierung und trocknen lassen
  • 3. Schritt: Auftrag der Lasur mit dem Pinsel und trocknen lassen
  • 4. Schritt (optional): Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier durchführen und Absaugen des Schleifstaubes
  • 5. Schritt: Zweite Lasurschichte auftragen und  trocknen lassen

Das war es auch schon. Selbst wenn Sie nur eine neue Lasurschichte ohne Abschleifen auftragen, macht das viel mehr Sinn, als gar nichts aufzustreichen. Die Lasur wird auch so in das Holz eindringen und es wieder für eine gewisse Zeit schützen.

Fall 2: Dickschichtlasur über Dickschichtlasur streichen

Hier ist das Schleifen essentiell, weil sie die alte Schicht wegbekommen sollten und auch gleichzeitig den Untergrund aufrauen. Das wiederum ist wichtig für das Haften der neuen Lasur an der Holzoberfläche.

  • 1. Schritt: Abschleifen mit einem mittelgroben Schleifpapier, um die alte Dickschichtlasur zu entfernen und den Untergrund aufzurauen.
  • 2. Schritt: Auftragen der Holzschutzgrundierung und trocknen lassen
  • 3. Schritt: Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier durchführen und Absaugen des Schleifstaubes
  • 4. Schritt: Auftrag der Lasur mit dem Pinsel und trocknen lassen
  • 5. Schritt: Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier durchführen und Absaugen des Schleifstaubes
  • 6. Schritt: Zweite Lasurschichte auftragen und trocknen lassen

Bei der Dickschichtlasur müssen Sie jedenfalls genauer agieren, da diese eine deckende Schicht bildet, also auch später Einfluss auf die Optik hat. Ob Sie zwei oder noch mehr Anstriche durchführen, hängt davon ab, wie pigmentiert die Lasur ist und wie wichtig der Auftrag für den Witterungsschutz ist.

Fall 3: Dickschichtlasur über Dünnschichtlasur streichen

In diesem Fall ist das Abschleifen der Oberfläche vor dem Streichen als Haftgrund wichtig:

  • 1. Schritt: Abschleifen mit einem mittelgroben Schleifpapier, um den Untergrund aufzurauen.
  • 2. Schritt: Auftragen der Holzschutzgrundierung und trocknen lassen
  • 3. Schritt: Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier durchführen und Absaugen des Schleifstaubes
  • 4. Schritt: Auftrag der Lasur mit dem Pinsel und trocknen lassen
  • 5. Schritt: Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier durchführen und Absaugen des Schleifstaubes
  • 6. Schritt: Zweite Lasurschichte auftragen und trocknen lassen

Vergessen Sie in keinem Fall die Holzschutzgrundierung. Diese sorgt dafür, dass später Verfärbungen nicht extrem zu Tage treten und schützen das Holz vor Bläue, anderen Pilzen und Schädlingen.


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