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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Unbehandeltes Holz lasieren: So gehen Sie richtig vor

Immer wieder kommt man als Heimwerker in die Situation, dass man alte Holzoberflächen, die mit Anstrichen versehen Sinn übergehen und möglicher Weise auch einen neuen Schutzanstrich auftragen möchte. Was tun Sie aber, wenn es sich um unbehandeltes Holz handelt? Gibt es hier spezielle Anforderungen? Diese Fragen möchte ich in diesem Artikel erörtern und gleichsam der Frage nachgehen, wie Sie am besten noch unbehandeltes Holz lasieren.

Wodurch zeichnet sich unbehandeltes Holz aus?

Unbehandeltes bzw. naturbelassenes Holz zeichnet sich dadurch aus, dass es unberührt ist. Das ist für Naturliebhaber eine tolle Sache aber das heißt auch, dass dieses Holz nicht vor Witterungseinflüssen oder anderen Umwelteinflüssen, wie der Sonneneinstrahlung, geschützt ist.

Das macht zu Beginn relativ wenig aber mit der Zeit wird das Holz eine natürliche Patina entwickeln und vergrauen. Das gefällt manchen Menschen, manchen allerdings nicht.

Wird das Holz im Außenbereich eingesetzt und erfüllt es gar eine tragende (statische) Rolle, kann der fehlende Schutz aber schnell zu einer echten Gefahr werden. Nämlich dann, wenn es morscht und die Tragfähigkeit verliert. Das kann zwar eine Zeit lang gut gehen, aber meist nicht sehr lange.

Es ist also einmal entscheidend, dass Sie unbehandelte Hölzer wirklich nur dort einsetzen, wo das auch Sinn macht – und das ist in aller Regel im Inneren der Fall, wo die Oberfläche nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Auch in einem Feuchten Raum, wie einem Keller oder einer Garage hat unbehandeltes Holz daher in aller Regel nichts verloren. Die Luftfeuchtigkeit kann ausreichen, dass sich Holz verzieht und quillt.

Welche Möglichkeiten gibt es, unbehandeltes Holz zu schützen?

Möchten Sie unbehandeltes Holz dennoch schützen, stehen meiner Ansicht nach mehrere Optionen zur Verfügung, wobei ich auf die drei bekanntesten im Detail kurz eingehe:

  • Lackieren: Damit überdecken Sie die Holzoberfläche. Das mag einen sehr hohen Schutz bieten, hat aber den Nachteil das Optik und Struktur des Holzes komplett verloren gehen. (hier gehe ich übrigens der Frage nach, ob Sie lackiertes Holz lasieren können).
  • Ölen: Der Auftrag von Öl ist transparent und lässt so manches Holzstück noch edler aussehen, als es nicht ohnehin schon ist.
  • Lasieren: Beim Lasieren von Holz gibt es farblos (natur) aber auch in vielen unterschiedlichen Holzfarben. Sie hat auch den Vorteil, dass sie nicht deckend ist – zumindest als Dünnschichtlasur, aber tief in das Holz einzieht.

Wollen Sie die Schönheit der Holzoberfläche hervorkehren, sollten Sie entweder Ölen oder Lasieren. Beim Lackieren erhöhen Sie den Schutz immens, müssen aber in Kauf nehmen, dass die Oberfläche nicht mehr sichtbar ist (außer Sie verwenden Klarlack).

So lasieren Sie unbehandeltes Holz

Im Folgenden nun eine Anleitung dazu, wie Sie unbehandeltes Holz lasieren können. Sie benötigen dafür eigentlich nur einen Pinsel (am besten einen Lasurpinsel), die gewünschte Lasur, möglicher Weise eine Holzschutzgrundierung und Schleifpapier.

  • 1. Schritt: Nachdem keinen Altanstriche vorhanden sind, können Sie gleich beginnen, die Oberfläche anzuschleifen. Für Holz im Außenbereich empfehle ich eine 180er Körnung, im Innenbereich eine 100er Körnung (hier ein meiner Meinung nach optimales Schleifpapier-Set*).
  • 2. Schritt: Entfernen Sie den gesamten Schleifstaub, in dem Sie ihn absaugen oder mit einer weichen Bürste abstreifen.
  • 3. Schritt (optional): Sollte in Ihrer Lasur keine Holzschutzgrundierung drinnen sein (oft steht auf der Dose 2-in-1-Lasur* oder ähnliches), sollten Sie nun einen extra Grundierung auftragen.
  • 4. Schritt: Nun erfolgt der Lasurauftrag mit breitem und flachem Pinsel in regel- und gleichmäßiger Art und Weise. Beginnen Sie am besten bei den Kanten und Ecken und arbeiten Sie sich so zu den großen Flächen vor. Vergessen Sie nichts und lassen Sie die Lasur trocknen.
  • 5. Schritt: Nun erfolgt ein sachter Zwischenschliff, da sich nach dem Lasieren die Fasern des Holzes etwas aufrichten.
  • 6. Schritt: Entfernen Sie erneut den gesamten Schleifstaub, in dem Sie ihn absaugen oder mit einer weichen Bürste abstreifen.
  • 7. Schritt: Jetzt erfolgt der zweite Lasurauftrag in selber Art und Weise wie beim ersten Mal. Nach der Trocknung dieser zweiten Lasurschichte sind Sie fertig.

Eine wichtige Sache gibt es bei Lasuren noch zu beachten:

Bei Lasuren unterscheidet man zwischen Dünn- und Dickschichtlasuren. Die Dünnschichtlasur eignet sich besonders für Hölzer, die nicht der Witterung ausgesetzt sind, da sie zwar tief in das Holz einzieht aber kaum eine Schutzschicht bildet. UV-Strahlung und Nässe haben so dennoch leichtes Spiel. Die Dickschichtlasur bildet (ähnlich dem Lack) eine Schicht an der Oberseite. Diese sollten Sie dann verwenden, wenn Schnee, Regen und Sonne die Oberfläche angreifen können.

Unbehandeltes Holz lasieren – Fazit

Unbehandeltes Holz ist schön anzusehen, muss aber in den meisten Fällen auch irgendwie geschützt werden. Öl und Lasur bietet sich hier deswegen an, weil die schöne Holzstruktur weiterhin erhalten bleibt. Ist Ihnen das egal, können Sie auch einen deckenden Lack verwenden.

Mein Favorit ist grundsätzlich die Lasur* und ich arbeite auch sehr gerne mit Ihr. Die Arbeitsschritte sind sehr einfach und wenn kein triftiger Grund vorliegt, das Holz anders zu behandeln, ziehe ich (auch bei unbehandelten Hölzern) eine Lasur dem Lack vor.

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