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Ihr Ratgeber über den Holzschutz

Holz streichen mit dem Pinsel: Das ist zu beachten

Ich selbst bin ein Fan vom Pinseln. Egal, um welchen Farbauftrag von welchem Holzschutz es sich handelt – ich nehme den Pinsel zur Hand. Das ist vermutlich nicht bei allen Heimwerkern so, ich sehe aber dabei eine Menge Vorteile gegenüber dem Rollen oder dem Aufsprühen. Aber natürlich haben Sie beim Streichen von Holz mit einem Pinsel auch allerhand zu beachten. Was genau, das erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Vorteile hat ein Pinsel zum Streichen von Holz?

Für mich überwiegen jedenfalls die Vorteile, wobei, dass kann individuell ganz anders aussehen:

Ein Pinsel liegt meist irgendwo daheim herum und ist daher oft schnell verfügbar. Auch wenn es nicht der 100%ig optimale Pinsel für die jeweilige Streicherei ist: Die Verfügbarkeit ist dennoch gegeben – was bei Rollen oder Sprühwerkzeugen definitiv kaum der Fall ist (so zumindest meiner Erfahrung: Ich habe mindestens 10 Pinsel daheim, aber keine einzige Malerrolle). Hier dazu mehr: Holz streichen mit dem Pinsel oder mit der Rolle?

Mit einem Pinsel kommen Sie meist in jede Lücke. Das vermag ein Sprühgerät zwar auch zu bewerkstelligen – das Sprühen ist aber bei bereits verbauten Hölzern etwas komplizierter. Daher ist meiner Ansicht nach daher hier der Pinsel im Vorteil. Auch bei einer noch so kleinen Rolle: In jede Ecke kommt diese definitiv nicht.

Auftragen Lack auf Holz mit Pinsel

Der klassische Holzpinsel: Meiner Ansicht nach überwiegen beim Auftragen mit diese Gerät die Vorteile. Letztendlich ist es aber natürlich eine individuelle Entscheidung, mit was Sie auftragen.

Ich selbst muss auch sagen, dass ich beim Pinseln wesentlich mehr Gefühl habe, als beim Rollen. Das Sprühen braucht zudem vieles an Übung, während der Umgang mit einem Pinsel meist schon in Schulzeiten (Malstunde) geübt wird. Zwar ist das Malen eines Bildes nicht mit dem Auftrag eines Holzschutzes vergleichbar – aber die Bewegung der Hand ist oft dieselbe.

Ich habe hier die gängigsten Vorteile gegenüber anderen Auftragmethoden aufgelistet:

  • Oft kostengünstiger als die Alternativen
  • Das Gefühl beim Auftragen des Holzschutzmittels finde ich besser (vor allem bei Lacken wichtig)
  • Häufig schneller verfügbar als andere Auftragewerkzeuge
  • Flexibel beim Auftragen des Holzschutzes

Natürlich hat ein Pinsel auch seine negativen Seiten. Vergisst man ihn zum Beispiel auszuwaschen, ist er meist kaputt.

Das Halten des Pinsels

Wesentlich ist meiner Ansicht nach für das Gelingen des Anstrichs die korrekte Haltung des Pinsels. Ich habe auf den nachfolgenden drei Beispiele – zweimal falsch (roter Rand) und einmal korrekt (grüner Rand):

Ich denke, es ist schon fast klar, dass Sie einen Pinsel nicht so halten werden, wie auf den ersten beiden Abbildungen. Aber auch bei der Standard-Haltung können Sie bereits viel falsch machen:

Ich selbst halte den Pinsel immer so, dass dieser in etwa beim halben Griff auf der Hand zum Liegen kommt. Aber hier müssen Sue schon sehen, wie Sie damit klar kommen. Es kommt natürlich auch auf Pinsellänge, Gewicht, Breite etc. an.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Sie den Pinsel bequem und nicht verkrampft halten, weil das auf lange Sicht auf die Kondition beim Streichen geht. Und wenn Sie einiges an Quadratmeter aufzupinseln haben, werden Sie das dann schnell in Schulter und Arm merken.

So streichen Sie Holzschutzmittel mit dem Pinsel auf

Wenn Sie Dünnschichtlasuren oder eine Grundierung auftragen ist die Sache lange nicht so heikel, wie wenn Sie Lack oder andere deckende Anstriche vornehmen. Hier kommt es nämlich später auf die Optik an.

Es ist bei solchen Anstrichen daher wichtig, dass Sie den korrekten Pinsel wählen: Für lösemittelhaltige Lacke (Kunstharzlack, Alkydharzlack, etc.) ist es ratsam, einen Pinsel mit Naturborsten zu verwenden. Acryllacke sollten am besten mit synthetischen Fasern aufgetragen werden.

Außerdem ist beim Auftragen von Schichtbildnern (Lack) das sogenannte Verschlichten von Vorteil. Dabei streichen Sie den Lack nicht nur in einer Richtung (zum Beispiel längs der Maserung auf), sondern arbeiten nass-in-nass mit mehreren Schichten pro Anstrich:

  • Tragen Sie die erste Schichte längs der Maserung auf.
  • Tragen Sie die zweite Schicht diagonal oder quer dazu auf.
  • Danach streichen Sie wieder längs der Maserung mit langen Pinselstrichen und ohne zu viel Druck die Farbe schön aus.

Nach dem Trocknen dieses ersten Streichvorganges machen Sie das Ganze noch einmal in selber Art und Weise. Die Oberfläche sollte danach nahezu perfekt gestrichen sein.

Holz mit Pinsel streichen verschlichten

Lack verschlichten in drei Schritten: Längs der Maserung (1), quer zur Maserung (2) und wieder längs zur Maserung (3)

Tipp HolzschutzBeachten Sie bei sehr großen Flächen, dass mehrere Personen gleichzeitig Auftragen. Der Grund dafür ist, dass speziell Acryllacke sehr schnell eintrocknen und Sie beim Verschlichten bzw. Verschränken des Anstrichs jedenfalls nass-in-nass arbeiten sollten.

Wenn Sie mehrfarbige Aufträge vorhaben, beginnen Sie am besten mit den hellen Farben und arbeiten Sie sich zu den dunklen Farben vor.

Hier erfahren Sie übrigens, warum Sie das Streichen von Holz mit Altöl keine gute Idee ist.

Das Auswaschen des Pinsels

Das ist eines der Lieblingsthemen der meisten Handwerker: Nicht selten wird der Pinsel unbrauchbar, weil er nicht oder zu spät ausgewaschen wird.

Säubern Sie diesen daher gleich nach jedem Anstrich gut und ordentlich. Dazu verwenden Sie bei wasserbasierten Lacken Wasser mit etwas Seife oder Spülmittel. Bei lösungsmittelbasierten Lacken bekommen Sie die Farbe nun mit dem passenden Lösungsmittel (bspw. Terpentin) oder mit einer Nitroverdünnung heraus.

Im Anschluss daran lassen Sie den Pinsel gut trocknen, damit er beim nächsten Streich-Durchgang nicht mehr nass ist. Hier dazu mehr: Pinsel richtig reinigen.

Pinsel richtig reinigen

Um einem Pinsel eine lange Lebensdauer zu ermöglich sollten Sie diesen immer gleich auswaschen.

Holz streichen mit dem Pinsel – Fazit

Beim Streichen von Holz mit einem Pinsel kommt es darauf an, dass Sie den korrekten verwenden. Empfehlen würde ich beim Auftrag von lösemittelhaltigen Anstrichen einen Naturborstenpinsel und bei wasserbasierten Anstrichen einen Pinsel mit synthetischen Borsten.

Außerdem sollten Sie, wenn immer das möglich ist, die Anstriche verschlichten. Bei dieser Technik arbeiten Sie pro Schichtauftrag in drei Schritten: Längs der Maserung – Quer zur Maserung – Längs der Maserung.

Somit bekommen Sie ein optisch sehr schönes und deckendes Endergebnis. Vergessen Sie nach dem Auftrag nicht, den Pinsel sofort auszuwaschen, da dieser nur so eine lange Lebensdauer haben wird.


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